Steuerliche Rahmenbedingungen bei Kundengeschenken

Es hat wieder die Zeit begonnen, in der es auch im Präsentaktionen zum Jahreswechsel geht. Meine Kollegen haben dankenswerterweise die rechtlichen bzw. steuerrechtlichen Rahmenbedingungen zusammengefasst. Schließlich gehört zu einer gelungenen Aktion auch die Einhaltung dieser Bestimmungen, damit es am Ende kein "böses Erwachen" gibt.

Damit Geschenke und Präsente nicht zum steuerrechtlichen Problem werden

Wie im vergangenen Jahr ist der Überblick auch wieder als kleines Heft erhältlich – hier natürlich als PDF zum Download. Fachlich unterstützt hat uns wieder die Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei Bertram Mayer aus Stuttgart. Nochmals vielen Dank für die kompetente Hilfe und die freundliche Zusammenarbeit!

Download: mindrevolution_Steuerliche-Regelungen-Kundengeschenke.pdf (724 kb)

Denken Sie daran: Die Prüfung von Einzelfällen obliegt Ihnen stets selbst bzw. Ihrem steuerlichen Berater. Dieses Heft fasst wesentliche Punkte der bestehenden rechtlichen Regelungen zusammen und erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.

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Beitrag von Marc Stoecker am 24.09.2009 um 15:51 in Fragen und Antworten | Ideen, Tipps und Tools

Zwei Fliegen, ein Preis: Mehrleistung ohne Mehrkosten

Das Thema ist „Pricing“, genauer gesagt geht es um Erfolgreiche Preisstrategien - Preise finden, optimieren und verhandeln. Andrea Jülichs und Mike Lekies veranstalten eine Blog-Parade mit diesem Thema und haben mich freundlicherweise um Teilnahme gebeten. Da der Preis ein wesentliches Marketing-Element ist, kommt mir das Thema außerordentlich gelegen. Nachfolgende Artikel habe ich daher zu diesem Thema für die Blogparade verfasst:

 

In einer Zeit, die sich eher nach Personalabbau anfühlt denn eine globale Einstellungswelle erwarten lässt, hat es der Verkäufer von Stellenanzeigen nicht leicht. Mag sein, dass mit dem kommenden wirtschaftlichen Aufschwung wieder qualifizierte Mitarbeiter gesucht werden und es sich rächen wird, in der Krise an dieser Front zu sparen. Tatsächlich wird aber eben gespart. Es ist derzeit nicht gerade einfach, eine Stellenanzeige zu verkaufen. Sowohl Print als auch Online tun sich gleichermaßen schwer. Die Konsolidierung der unzähligen Online-Jobbörsen wird wohl in Kürze erheblich an Fahrt gewinnen.

Doch es lässt sich auch etwas von den Stellenanzeigen-Verkäufern lernen. Diese cleveren Strategen werten das althergebrachte Produkt „Stellenanzeige“ nicht nur mit einer Menge technischer Features (Video-Portraits, branded Online-Assessment-Center, …) auf. Nein, sie verpassen der schnöden Stellenanzeige gar eine ganz neue Dimension:

„Marketing“ heißt das Zauberwort

Nun ist es keine erschütternde Neuheit, dass Stellenanzeigen auch einen  gewissen Image- und Marken-fördernden Charakter haben. Ich verweise nur auf den generellen Trend des „Employer Branding“ der vergangenen Jahre. Neu ist aber, dass dieser Effekt bewusst und offensiv kommuniziert wird, um den Preis des Produkts zu relativieren.

Bisher war es selbstverständlich, dass die Stellenanzeigen aus den Budgets der Personaler bestritten wurden. Wenn aber nun „irgendeine Werbewirkung“ durch die Stellenanzeige entsteht, wäre das ja ein Fall fürs Marketing. Das Ziel der Jobbörsen liegt also klar auf der Hand: Aus zwei Töpfen bestreitet sich der Rechnungsbetrag leichter. Wenn es möglich ist, einen Teil der Insertionskosten aus dem Budget der Marketingabteilung zu erhalten, ist die Personalabteilung eher zur Buchung zu bewegen.

Kurz und gut: Nutzen Sie diese Idee auch für Ihre Produkte. Suchen Sie dafür nach Möglichkeiten, wie Sie Ihre Leistung – ohne eigenen Mehraufwand – wertvoller machen können. Es geht hier nicht um das klassische Aufwerten durch z.B. Service oder Nebenleistungen. Beleuchten Sie Ihr Produkt aus der Distanz, denken Sie ein wenig „um die Ecke“:

  • Was ermöglicht das Produkt zusätzlich zum eigentlich primären Verwendungszweck?
  • Gibt es einen oder mehrere weitere Töpfe, aus denen das Produkt bezahlt werden könnte?

Wenn Ihr Produkt ab sofort „zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt“, dann ist der Preis auch „halb so wild“. Gute Geschäfte!

 

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Beitrag von Marc Stoecker am 14.08.2009 um 14:50 in Beobachtungen | Ideen, Tipps und Tools

Kostenlose Produkte: Sparen Sie sich einfach den Preis (nicht aber das Pricing)

Das Thema ist „Pricing“, genauer gesagt geht es um Erfolgreiche Preisstrategien - Preise finden, optimieren und verhandeln. Andrea Jülichs und Mike Lekies veranstalten eine Blog-Parade mit diesem Thema und haben mich freundlicherweise um Teilnahme gebeten. Da der Preis ein wesentliches Marketing-Element ist, kommt mir das Thema außerordentlich gelegen. Nachfolgende Artikel habe ich daher zu diesem Thema für die Blogparade verfasst:

 

Scheinbar ist es auf viele Arten möglich, Produkte kostenlos anzubieten. Genauer betrachtet offenbaren fast alle dieser scheinbar unterschiedlichen Weisen ein und dasselbe Grundmuster. Bereits zur Zeit der Industrialisierung gab es Gratisprodukte. Grundsätzlich ist es also ein etabliertes, fast schon altbekanntes Mittel, Geschäfte zu machen. Digitale Inhalte und Produkte ermöglichen es heute jedoch, ganz neue Formen kostenloser Produkte und Dienste anzubieten, zumindest aber eine erhebliche Weiterentwicklung bestehender Methoden.

Grundsätzlich ist ein kostenloses Produkt immer Etikettenschwindel – die psychologische Wirkung ist jedoch fantastisch. Es ist also von großem Interesse, die Methoden und Mechanismen vorgeblich kostenfreier Artikel genauer kennenzulernen.

Für viele Produkte und sogar für Dienstleistungen kann „for free“ das richtige Label sein. Gratis oder kostenlos zu sein, ist oft ein entschiedener Wettbewerbsvorteil, wenn man in seinem Markt als erster Anbieter ein funktionierendes Konzept dafür umsetzt. Eine exakte mikroökonomische Betrachtung zieht sich natürlich etwas. Ein schneller Überblick über die verschiedenen Modelle ist daher besser geeignet, um einen Einsteig in die Entwicklung eigener Gratis-Konzepte zu finden:


1. Querfinanzierung
Sehr häufig kann ein Produkt günstiger angeboten werden, wenn ein anderes teurer ist und beide praktisch gemeinsam verkauft werden. Ein gutes Beispiel dafür sind die Kosten von Tintenpatronen im Verhältnis zum Preis einfacher Tintenstrahldrucker. Spinnt man dieses Konzept weiter, sinkt der eine Preis irgendwann auf Null. Eine kleine schwarze Druckpatrone für € 100,- und der Drucker kostet überhaupt nichts mehr. Sogar kostenlose Kaffeeautomaten gibt’s – sofern mindestens 50 bezahlte Tassen am Tag laufen. Es gibt auch weniger offensichtliche Varianten: Die Live-Musik in Bars wird durch höhere Getränkepreise bezahlt, und kostenloses Parken in teuren Innenstadtparkhäusern ist bei entsprechend großzügigem Shopping kein Problem. Die Spielekonsolen sind recht preiswert, die Spiele jedoch ganz und gar nicht. Das Datenbanksystem MySQL ist kostenlos, die technische Unterstützung durch den Hersteller aber nicht.

2. versteckter (zinsloser) Kredit
Statt sich ein Produkt auf einen Schlag bezahlen zu lassen, lässt sich der Verkäufer den Kaufpreis in vielen Raten bezahlen. Damit der Anschein eines Kredits nicht aufkommt, versteckt man die Raten z.B. im Basispreis einer regelmäßigen Vereinbarung. Ganz klar: Der 24-Monatsvertrag finanziert das – eigentlich – teure Mobiltelefon. Ohne dieses Modell hätte das Handy wohl nie den Durchbruch im Massenmarkt geschafft. Auch die ersten DSL-Router haben über diesen Weg Verbreitung gefunden („WLAN-Router kostenlos für Neukunden“).

3. Kunden bezahlen für Kunden
Oft kann eine Personengruppe dazu gebracht werden, die Kosten einer anderen Personengruppe zu übernehmen. Dazu bedarf es meist nur der richtigen Motivation. Ein einfaches Beispiel gefällig? Denken Sie an die „Ladies Night“ in Clubs und Diskotheken, die Frauen kostenlosen Eintritt und Freigetränke beschert. Letztlich zahlt in diesem Fall eine Gruppe für die Gegenwart einer anderen Gruppe. Das trifft beispielsweise auch auf Zeitschriftenverlage zu. Sie verkaufen keine Anzeigen, sie verkaufen Kontakte (Leser) an Werbetreibende (Anzeigenkunden). So wird die Zeitschrift entweder günstiger oder ganz kostenlos.

4. Lockwaren
Manchmal hat ein Elektromarkt einfach zu viele Waschmaschinen auf Lager. Raus damit. Nur, wie kriegen wir genug Menschen ins Geschäft, um die Dinger loszuschlagen? Bieten wir ganz einfach aktuelle DVD-Titel zum extrem tiefen Preis von € 5,- an. Bei richtiger Präsentation und mit eingeschworenen Verkäuferinnen und Verkäufern bringen wir den DVD-Schnäppchenjäger schon nahe, dass sich der Kauf einer neuen Waschmaschine derzeit mehr als nur anbietet. Ein Beispiel, wie das dann mit einem kostenlosen Produkt aussehen kann, präsentierten die Jungs von Monty Python vor etwa drei Jahren: Da haben sie auf YouTube ihre besten Clips aus den berühmten Filmen in sehr guter, hoher Qualität eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Clips dort nur in mieser Qualität, heraufgeladen von Privatpersonen, zu haben. Die Amazon-Links unterhalb der Videos zu den Kauf-DVDs von Monty Python haben sofort einen regelrechten Kaufrausch ausgelöst.

Alle diese vier Methoden, kostenlose Produkte anzubieten, fußen auf ein und derselben Überlegung: Die Zeche wird verschoben. Entweder zeitlich (Raten beim Mobilfunkvertrag), gegenständlich (Querfinanzierung Tintenpatrone) oder durch den Wechsel des Zahlenden (z.B. Ladies Night und Zeitschriften).

Besonders effektiv ist es, wenn diese Möglichkeiten kombiniert eingesetzt werden oder beispielsweise überhaupt erst ein Querfinanzierer für ein Produkt entwickelt wird. Ein gutes Beispiel für letzteres bietet Ryanair – die bekannte Billig-Fluglinie, die drei einfache Maßnahmen umsetzt, um die Flugpreise niedrig zu halten. Stimmt: Die Flüge sind nicht kostenlos. Allerdings hat man schon mehrfach von Ryanair-Chef O'Leary gehört, dass er letzlich irgendwann kostenloses Fliegen ermöglichen will. Wie also reduziert Ryanair den (eigentlichen) Preis immer weiter?

  1. Kostensenkungen in allen Bereichen: Service reduzieren, Getränke kostenpflichtig
  2. Zusatzeinnahmen generieren: Werbung und Kooperationen für komplette Reiseangebote und Erhöhung der Anteile an der Wertschöpfungskette
  3. Querfinanzierer (er)finden: Toilettengebühr, Kreditkartengebühr, Gepäckaufschlag, etc.
  4. Verluste durch Aufschläge kompensieren: Flüge zu beliebten Terminen sind ein Vielfaches teurer als zu sonstigen Reisezeiten.

Das Fliegen kostenlos anzubieten wäre also möglich, wenn man an allen vier Punkten noch erheblich optimiert. Es würde im aktuellen Marktumfeld aber auch leicht enttarnt werden.

Es ist zu einfach, kostenlose Waren immer als „Werbekosten“ abzuhaken. In dem Fall aber, dass es sich beispielsweise um Produkte des täglichen Bedarfs handelt, die regelmäßig oder in großer Menge verkauft werden, trifft es zu. Das klassische Sampling im Konsumgüterbereich ist so ein Fall. Ich bekomme das Produkt kostenlos in der Hoffnung, dass ich es ausprobiere und bei Gefallen in Zukunft regelmäßig kaufe. Der Schlüssel liegt darin, dass der Verbraucher ohne Investition testen kann. Das können Sie auch dadurch erreichen, dass Sie jemandem Ihren Artikel absolut bodenlos günstig verkaufen, da dieser ihn zu Werbezwecken weitergeben will. So kommen die Nassrasierer in die Männermagazine …

Die stetig fallenden Kosten für Plattformen und Systeme im Internet machen es mittlerweile möglich, digitale Betriebsplattformen extrem günstig bereitzustellen. Diese digitalen Produkte sind jedoch oft ein Vielfaches der äußerst niedrigen Selbstkosten wert. Unterstellt man nun eine extrem hohe Zahl an Nutzern, wobei nur ein oder zwei Prozent zahlende Kunden sein müssen, entsteht ein tragfähiges Gesamtkonzept. Die extrem niedrigen Kosten erlauben also auch ein extremes Unverhältnis von zahlenden und nicht zahlenden Nutzern. Wenn es dann noch zu vertretbaren Kosten möglich ist, hunderttausende Benutzer zu beliefern, fallen die Entwicklungskosten auch nicht mehr ins Gewicht. So können einige wenige „Pro-Accounts“ hunderte oder tausende „Free-Accounts“ finanzieren. Das machen übrigens auch die Banken in abgewandelter Form: Wir als Kunden machen die Arbeit für Transaktionen heute selbst über das Web-Interface und müssen so für ein „Standard-Normalo-Konto“ nichts mehr bezahlen. Einige Kunden mit höheren Ansprüchen bezahlen „das bisschen Systemleistung“ für unsere Konten quasi mit (oder die Kontokorrentzinsen übernehmen das).

Alle bisher dargestellten Methoden basieren darauf, das Geld für die erbrachte Leistung anderweitig zu erhalten als vom eigentlichen Käufer oder aber, es ihm für andere Produkte in erhöhtem Maße „aus der Tasche zu ziehen“.

Wie aber wäre es, wenn Geld nur eine indirekte Rolle spielen würde?

Wenn eine der Parteien des wirtschaftlichen Austausches anbieten würde, etwas „Geldwertes“ als Währung zu akzeptieren? Viele behaupten ja, es ginge heutzutage nur noch ums Geld. Bei genauerer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass es vorrangig um Aufmerksamkeit geht. Menschen geben alles für ein wenig Aufmerksamkeit – siehe Casting und Reality Shows oder auch Rot-Irokesen-Ex-Werber. Schon wieder: Kaum haben Sie diesen Satz gelesen, hat er bereits Ihre Aufmerksamkeit erhalten; wenn auch nur kurz.

Aufmerksamkeit könnte also als Bezahlung dienen. Reputation ist unbestritten von hohem Wert; geldwert wie Münzen und Scheine. Massenhafte Aufmerksamkeit wiederum führt immer zu einer Steigerung der Reputation (ganz gleich welcher Qualität). So wird es möglich, dass mit Aufmerksamkeit bezahlt werden kann. Das eröffnet sowohl direkt als auch indirekt viele neue Möglichkeiten, Produkte oder Leistungen kostenlos anzubieten.

Also, passen Sie eines der vier klassischen Modelle für Ihre Bedürfnisse an bzw. mixen Sie daraus die perfekte Mischung. Oder gehen Sie den neuesten Weg für kostenlose Produkte: Lassen Sie Ihre Kunden mit Aufmerksamkeit bezahlen und kommunizieren Sie „kostenlos“, während Sie die dadurch entstehende Reputation auf eine clevere Art wieder zu Geld machen. Sie sehen, am Ende dreht es sich dann doch wieder um das liebe Geld.

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Beitrag von Marc Stoecker am 29.07.2009 um 15:10 in Beobachtungen | Fragen und Antworten | Ideen, Tipps und Tools

Wie optimierte Prozesse die Preise senken und die Konkurrenz ins Schwitzen bringen

Das Thema ist „Pricing“, genauer gesagt geht es um Erfolgreiche Preisstrategien - Preise finden, optimieren und verhandeln. Andrea Jülichs und Mike Lekies veranstalten eine Blog-Parade mit diesem Thema und haben mich freundlicherweise um Teilnahme gebeten. Da der Preis ein wesentliches Marketing-Element ist, kommt mir das Thema außerordentlich gelegen. Nachfolgende Artikel habe ich daher zu diesem Thema für die Blogparade verfasst:

 

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Jedes Jahr fliegen viele Millionen Menschen vom Flughafen Stuttgart in alle Welt. In der Feriensaison natürlich auch besonders viele Urlaubsreisende. Bekanntlich gibt es günstigere Parkflächen als die an Flughäfen. So auch in Stuttgart, wo aus diesem Grund viele „Filderbauern“ stattliche Umsätze erzielen, indem Sie das Parken auf dem Feld anbieten und die Reisenden mit dem Bus-Shuttle an das Flughafen-Terminal bringen. Auf diesen unbedachten, abgelegenen Feldern parkt es sich recht preiswert: Mit ungefähr 35,- Euro müssen Sie pro Woche rechnen. Am Flughafen war die Woche bisher erst ab etwa 50,- Euro zu haben – auch auf sehr entlegenen Parkflächen.

Das hat sich geändert. Durch die Einführung eines Online-Reservierungssystems und durch die konsequente Optimierung der Parkflächenverwaltung hat die APCOA als Betreibergesellschaft der Parkplätze am Flughafen Stuttgart den Preis erheblich gesenkt. Seit Kurzem kann bereits ab 29,- Euro pro Woche direkt am Flughafen geparkt werden.

Was zunächst nach ruinösem Wettbewerb aussieht, offenbart sich bei näherer Betrachtung als fast perfekter Plan.

Der Preis gilt nur für flexibel definierte Segmente, die durch die wesentlich verbessere Verwaltung und Systematik praktisch „neu entstanden“ sind. Wer im Voraus bucht, spart eine Menge Geld und genießt den Komfort nicht auf dem sprichwörtlich „freien Feld“ parken zu müssen. Ganz uneigennützig ist das aber nicht vom Parkhausbetreiber, denn er profitiert von einer erheblich optimierten Auslastung und kann gerade in der Ferienzeit eine sehr hohe Auslastung erreichen.

Es ist absolut realistisch, dass sich durch diese Preisaktion der Parkumsatz je Fahrzeug deutlich erhöht. Letztlich gewinnen beide: Der Kunde, der günstiger und komfortabler parken kann und die APCOA als Betreibergesellschaft, die jetzt eine besser planbare Auslastung hat. Preissenkungen müssen also nicht zwangsläufig zu Umsatzeinbußen oder reduzierten Erträgen führen, so sie denn streng darauf ausgerichtet sind, neue Kunden zu gewinnen und gleichzeitig internes Optimierungspotential freisetzen und die ganze Aktion auch mit der nötigen Werbung bekannt machen.

Also: Rechtzeitig vor dem Abflug den Parkplatz reservieren, dann kostet er nur 29,- Euro. Etwas „geschickter“ gelegene Parkhäuser kosten aber auch mal 39,- oder 49,- Euro die Woche. Trotz Aktionspreis. Bleibt dennoch ein Schnäppchen, verglichen mit den bisherigen Angeboten.

Die „alternativen Parkplatzanbieter“ müssen sich also auf veränderte Bedingungen einstellen.

Deren etwa 16.000 11.000 Parkplätzen auf der grünen Wiese stehen etwa die gleiche Anzahl an 17.000 Parkflächen der APCOA direkt am Flughafen gegenüber.

Korrektur (27. Juli 2009): Ein Verantwortlicher des Parkplatzbetreibes APCOA hat sich gemeldet und mir freundlicherweise korrekte Zahlen genannt. Der Betreiber geht davon aus, dass die Wettbewerbsanbieter in Summe über etwa 11.000 Parkplätze verfügen, er selbst aber über 17.000. Vielen Dank!

Entweder es wird einfach eine neue Preisrunde eingeläutet – oder aber, jemand hat eine cleverere Idee. Was zu hoffen wäre …

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Beitrag von Marc Stoecker am 24.07.2009 um 16:28 in Beobachtungen | Ideen, Tipps und Tools

Stoppt den Nutzen! Entkoppelt die Preise!

Das Thema ist „Pricing“, genauer gesagt geht es um Erfolgreiche Preisstrategien - Preise finden, optimieren und verhandeln. Andrea Jülichs und Mike Lekies veranstalten eine Blog-Parade mit diesem Thema und haben mich freundlicherweise um Teilnahme gebeten. Da der Preis ein wesentliches Marketing-Element ist, kommt mir das Thema außerordentlich gelegen. Nachfolgende Artikel habe ich daher zu diesem Thema für die Blogparade verfasst:

 

Den richtigen Preis für sein Produkt oder seine Leistung zu finden ist nicht ganz so leicht, wie es die Dozentin für Rechnungswesen gerne hätte. Die Zeiten haben sich geändert. Ich behaupte daher, dass der Preis nichts mehr mit der direkten Leistung zu tun hat. Die Preise sind entkoppelt. Die eigentliche Leistung ist heutzutage nur noch ein Bestandteil des „großen Package“ – und genau deshalb muss auch das Pricing an den Takt der Zeit angepasst werden.

Der Latte Macchiato bei Starbucks kostet eine Stange mehr als der recht gute „No-Name-Latte“. Bei gleicher (mittlerer) Größe kostet das Gebräu bei Starbucks satte 80% mehr. Das ist annähernd unverschämt, möchte man meinen – ich kann aber nicht erkennen, dass der Kette deshalb die Kunden fernbleiben. Ich kann auch nicht erkennen, dass „Toni’s To-Go“ trotz guter Qualität des Latte Macchiato explosionsartig wächst.

Ganz klar, sagen die „Nutzen-Jünger“: Starbucks bietet „mehr Nutzen“, daher kann der höhere Preis gerechtfertigt werden. Ich behaupte, dass die Mehrheit der Starbucks-Kunden nicht spontan, sondern geplant einen Kaffee-Stopp einlegen. Sei es im Rahmen morgendlicher Routine oder als Erlebnisbestandteil des Wochenend-Shoppings. Starbucks-Kunden sind zu einem großen Teil  Stammkunden, das sagt das Unternehmen auch selbst. Der Nutzen müsste also verdammt deutlich zu erkennen sein.

Ist der vielzitierte Nutzen vielleicht im WLAN zu finden, in den kuscheligen Sesseln, am fair gehandelten Kaffee, an der geschickten Lage, am „besseren“ Geschmack? Letztlich ist das Produkt ja praktisch das Selbe. Der Grund muss – sollte die Nutzen-Theorie bestand haben – in einem dieser Punkte liegen. Das Produkt von Starbucks muss einen entscheidenden Nutzen haben, den die Wettbewerbsprodukt „Bäcker-Brühe“ und „Toni’s To-Go“ nicht haben, richtig?

Ganz klar: Starbucks bietet keinen besonderen Nutzen, der über den Nutzen der Wettbewerber hinausgeht. Starbucks Coffee ist einfach ein „Want“. Ich will es – koste es, was es wolle. „Want … Starbucks!“. Starbucks hat es also geschafft, den Preis vollständig zu entkoppeln. Während andere für den Preis eines Vanilla-Latte (venti) ein Kantinen-Mittagessen einnehmen, nippt der Starbucks-Kunde sichtlich beglückt an diesem süßen Genuss.

Kurz und gut: Vergessen Sie den Nutzen!

Es wird mindestens fünfzig Wettbewerber geben, die diesen Nutzen auch haben. Oder einen, der durch viele weitere Faktoren sogar noch umfassender ist als der Ihre.

Ändern Sie die Taktik, um Ihr Produkt nicht nur zu einem (für Sie) besseren Preis zu verkaufen, sondern auch Ihre Positionierung zu festigen, das Image zu stärken und trotz des höheren Preises noch zufriedenere Kunden zu haben, die Sie zudem noch häufiger als bisher weiterempfehlen.

Die Formel lautet: Preis = Preis + Erlebnisaufschlag + Lifestyle-Surcharge + Emotionstaxe

Doch halt. Ganz so einfach ist es nicht. Wenn Sie noch keine große Marke sind, müssen sich sich das alles hart erarbeiten. Für den „Erlebnisaufschlag“ müssen Sie auch ein Erlebnis bieten, für die „Lifestyle-Surcharge“ darf es eine gehörige Prise „Livestyle“ sein und die „Emotionstaxe“ darf nur kassiert werden, wenn die wesentlichen Emotionsfelder in Schwingung versetzt werden. Sie dachten doch nicht …

All diese „Aufschläge“ sieht der Kunde nicht als Produktnutzen, nicht als Zusatzeffekt wie beispielweise kostenloses WLAN im Coffee-Shop. Nein, alle diese Dinge sind ausschließlich unterbewusst wahrgenommene, äußerst weiche und diffuse Stimmungen und Gefühle. Sie wirken auf den nicht-rationalen Teil unserer Wahrnehmung. Da wir nur eine sehr geringe Bandbreite zur Erfassung von rationalen Informationen über die analytische Ebene unseres Verstandes haben, ist es extrem schwer, Informationen in diesen bewusst wahrgenommenen Erfahrungsbereich zu positionieren. Eine Nutzen-Argumentation muss – bildlich betrachtet – viele Konkurrenten besiegen, ehe Sie zum König vorgelassen wird. Unsere unterbewusste Wahrnehmung verarbeitet eine sehr viel größere Bandbreite, also sehr viel mehr Einflüsse und Informationen in der gleichen Zeit. Das schafft sie aber nur dadurch, dass sie die Auswertung sehr oberflächlich und nach einfachem Muster durchführt. Genau das ist das Einfallstor. Der Kunde kauft dadurch schließlich aus dem Bauch heraus und nicht mit dem Kopf.

Worin liegt der Erlebnisaufschlag des Starbucks-Bechers begründet? Das kommt natürlich auf die einzelne Kundin bzw. den einzelnen Kunden an. Jemand, der beispielsweise aus einer ländlicheren Gegend kommt, verbindet mit einem Starbucks-Kaffee möglicherweise ein urbanes Lebensgefühl, das den „Duft der großen weiten Welt“ vermittelt. Ein Metropolenbewohner wiederum verbindet mit „seinem“ Starbucks einen Treffpunkt, der ausgezeichnet zu seinem iPhone, Macbook und zum besprechen musikalischer Welteroberungspläne mit den Band-Kollegen passt. Das ist die „Livestyle-Surcharge“. Ich wiederum verbinde mit Starbucks, dass ich an vielen Orten in ganz Deutschland und dem Ausland Geschäftsfreunde, gleichgesinnte Denker, Freunde, Ex-Mitarbeiter und Bekannte getroffen habe, um dort einen Kaffee zu trinken und sich – zwischen zwei Flügen – mal wiederzusehen. Dafür bezahle ich die Emotionstaxe.

Wie aber erreichen wir es, dass unser Produkt einen solchen Stellenwert einnimmt, dass es ein so beeinflussendes Wesen bekommt? Ganz einfach: Indem wir Erlebnis, Livestyle und ganz allgemein Emotion bieten. Dafür ist keine TV-Kampagne im Apple-Style nötig, keine teuren Nike-Fußballer und auch kein Product-Placement im Katalog eines großen SB-Möbelhauses. Oft sind es die perfekten Kleinigkeiten, die Sie entdecken, sobald Sie sich mit aller Kraft in Ihre Kunden hineinversetzen. Feinheiten entscheiden also. Meist benötigen wir deshalb zunächst auch nur einen dieser Aufschlagsfaktoren. Das ist im Übrigen auch die richtige Taktik, wenn Sie keine Preisfindung für ein neues Produkt durchführen, sondern bereits ein eingeführtes Produkt haben. Denn dann gilt es, die Änderungen etappenweise vorzunehmen! Schließlich steigt der Preis und die Kunden fragen sich: „Wieso?“ Da die Gründe dafür nicht rational sind, können Sie die Preiserhöhung den empörten Massen an der Kasse auch nicht erklären. Bedenken Sie das.  „Der Bauch“ kann die Ration in dieser Situation nicht erreichen!

Mit einem kleinen Beispiel will ich Ihnen helfen, auf eigene „Will-Haben“-Ideen für Ihr Produkt und Ihr Unternehmen zu kommen: Anfang der 90er-Jahre begann die Einzelhandelskette „Foot Locker“ damit, passend zu den dort verkauften Schuhen für die Basketball- und Skateszene, lautstarke Musik zu spielen. Einen konkreten „Nutzen“ hatte das nicht – die Zielgruppe kannte diese Songs ohnehin und musste kaum zu Foot Locker gehen um diese Titel zu hören. Der Sound diente eher als Identifikationsmethode, als „Audio-Duftmarke“ für „hier kaufen die coolen Kids“. Eine solche Location wurde dadurch selbst „cool“ – und Foot Locker somit ein „In-Geschäft“.

Der richtige Preis ist also der höchste Preis, den Sie erhalten solange Ihre Kunden immer noch das Gefühl haben, dass es ihnen den Preis wert ist.

Kleine Geschäfte spielen diese Karte ebenso wie große Konzerne à la Apple. Sagen Sie nicht auch manchmal zu Familie und Freunden Sätze wie „Da kaufe ich gerne. Die sind mir irgendwie viel sympathischer als der Bäcker bei uns um die Ecke. Obwohl der eigentlich auch ganz gute Brötchen hat …“? Dass die Ratio dabei „irgendwie“ auf der Strecke bleibt, muss Sie nicht kümmern.

Mir ist klar, dass z.B. im industriellen Umfeld der professionellen Einkäufer oftmals die Argument, „der Nutzen“ zu zählen scheint. Aber auch diese Menschen sind nicht frei von Fremdsteuerung durch das eigene Unterbewusstsein. Auch dort, wo man sich auf die Ration fast schon versteift, ist Raum für subtile Kommunikation an den „Autopiloten“ des Kunden. Passen Sie die Vorgehensweise den Umständen an und Sie gewinnen auch in diesem Umfeld – genaugenommen ist doch bereits das Image weltbekannter Unternehmen ein solcher „Aufschlagfakor“. Wenn Sie die Preise identischer Leistungen zweier Anbieter („Big Brand“ vs. unbekannter, kleiner Anbieter) vergleichen, zeigt sich das oft ganz schnell.

 

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Beitrag von Marc Stoecker am 24.07.2009 um 11:56 in Fragen und Antworten | Ideen, Tipps und Tools

Das Märchen von der rationalen Kaufentscheidung

Wir haben einen Kunden, der uns wirklich viel Freude macht. Ja, er hat spannende Aufgaben, die es zu lösen gilt und ist ein ganz hervorragender Ingenieur. Ja, der Chef selbst hat diesen "Laden" aufgebaut und aus einer Garagenfirma ein Mittelstandsunternehmen gemacht. Alle Achtung. Respekt. Tolle Produkte sind es obendrein. Kein Wunder also, dass er zu den Besten seiner Branche gehört und viele Innovationen zu bieten hat.

Er kann stundenlang über Technik und Technologie sprechen und – tatsächlich – ich höre mir das sehr gerne an. Ernsthaft! Da lernt man richtig was dazu. Nicht nur über den Kunden und seine Produkte, sondern quasi "fürs Leben". Richtig spannend und unterhaltsam zugleich, sofern man eine Ader für technische Themen hat – und die habe ich ja.

Wir geraten aber leider auch regelmäßig aneinander. Immer dann, wenn es um die Kommunikationsmaßnahmen geht. Seine Welt ist die Welt der Fakten, der Technik und der Berechnungen. Er würde am liebsten alles berechnen und zweifelsfrei und restlos analysieren. Beim (operativen) Marketing funktioniert das leider nicht. So ist er fast schon dankbar für unsere Fähigkeit, dennoch stets ausgezeichnete Resultate zu erzielen. Er ist aber überhaupt nicht bereit, zu akzeptieren, dass die Kaufentscheidung nicht im Kopf, sondern im Bauch gefällt wird. Ich kann machen was ich will. In diesem Punkt scheint er mir keinerlei Kompetenz zuzugestehen. Es ist aussichtslos. Ich versuche seit Monaten, das Wissen um den Kaufprozess weiterzugeben. Fehlanzeige - keine Interesse.

Alle Fakten, Informationen und auch die letzten Angaben über technische Finessen müssen in alle Unterlagen übernommen werden. Der – mir unverständliche – Plan scheint zu sein, den Interessenten zu erschlagen. Wir holen uns die Beute "Interessent" mit der Keule "Fakten" heim. Tja lieber Interessent : Schluss mit lustig. Heute wird gekauft!


Ganz ehrlich: Die Idee, mit möglichst vielen Fakten die Kunden rational zu überzeugen, ist schon sehr alt. Daher ist mittlerweile auch bekannt, dass die Idee leider untauglich ist. Kurz und gut: Es funktioniert nicht. Gekauft wird, was unseren emotionalen Bedürfnissen entgegenkommt. Selbstverständlich ist es aber völliger Quatsch, die Kommunikation rein emotional aufzubauen. Der Mensch neigt dazu, den „Kauf aus dem Bauch heraus“ im Anschluss zu legitimieren. Dazu benötigt er rationale Daten und Fakten, die das Produkt und dessen Kommunikation liefern müssen. Ganz bemühte Kunden und Interessenten versuchen übrigens, die Emotion beim Kauf so weit zurückzudrängen, dass sie selbst davon ausgehen, rein rational zu entscheiden. Tatsächlich ist das natürlich nicht möglich – aber diese Kunden verlangen nach Zahlen, Daten und Fakten. Richtig ist also, genau diese minimal erforderliche Menge an Daten und Fakten einzusetzen – mehr nicht!

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Beitrag von Marc Stoecker am 01.07.2009 um 10:48 in Ideen, Tipps und Tools

Marketing Controlling: Reaktion auswerten und Erfolg messen

Heute war ich zu Besuch bei einem Interessenten, unweit der Schwäbischen Alb. Der Marketingleiter gab gleich "zu Protokoll", dass selbstverständlich das "moderne Direktmarketing" komplett "mehrstufig und zielgruppenorientiert orchestriert" wird. Da bleiben keine Fragen offen, dachte ich sofort. Respekt und Donnerwetter! Es war deutlich zu spüren, dass mein Gegenüber bemüht war herauszustellen, dass ich schon mit etwas mehr kommen müsste, als mit Vorschlägen für Mailings oder vergleichbaren Maßnahmen. Tat ich auch. Aber zunächst wollte ich mehr wissen ...

[more]Ich kann gut verstehen, dass er so reagierte - wer hätte das nicht getan, wenn der Chef einen externen Marketingexperten einlädt, weil er das Unternehmen eben nicht gut gerüstet sieht, sondern der Meinung ist, dass eben das Marketing ein großer Schwachpunkt wäre. Die Empfehlung eines langjährigen Kunden gab den Ausschlag, mich zum Gespräch zu bitten.

Ich habe mit die aktuellsten Aktionen (ausschließlich Mailings) alle vorstellen lassen, um ein Gefühl für die derzeitige Herangehensweise zu bekommen. Nach ca. 40 Minuten war schließlich klar, dass tatsächlich ein "großes Orchester orchestrierte", ein "kraftvolles Arrangement" geschaffen wurde und die "Beschallung stetig" war - sich aber niemand um den Widerhall kümmerte. Die Response. Ersthaft. Niemand scherte sich darum, was diese Aktionen an Reaktion auslösten! Zwar gab es vereinzelte Aufzeichnung von Kunden, die sich positiv über die Kampagnen äußerten oder es wurde erwähnt, dass der Vertrieb "generell ein ganz gutes Gefühl" hätte, dass die Aktionen "durchaus vertriebsunterstützend" wirken würden. Der Marketingleiter schloss mit den Worten, dass "offensichtlich das Ende der Fahenstange im Direktmarketing erreicht wäre" und er deshalb in Zukunft "verstärkt innovative und neue Formen des Guerilla- und Trojaner-Marketings" umsetzen werde.

Ich denke nicht.
Ich denke nicht, dass das Problem das Ende irgendeiner Fahnenstange ist.
Echt nicht. Wirklich nicht. Kann ich mir absolut nicht vorstellen.


Das Problem ist, dass nur "rausgetan" wird. Es werden Unsummen in Mailings gepumpt, deren Response nicht einmal an einer zentralen Stelle ankommen und verarbeitet werden. Das Unternehmen erbringt unternehmensnahe Dienstleistungen - Mailings sind da sicherlich nicht die schlechteste Methode der Erstkommunikation; dass es aber nicht möglich ist, dass diese simplen Faxantworten mit einem Response-Code versehen sind, um festzustellen aus welcher Aussendung sie stammen, verstehe ich nicht. Das macht mich erstmal sprachlos. Sprachlos deshalb, weil das Unternehmen fast einhundert Mitarbeiter beschäftigt (mit Niederlassungen) und einige Millionen umsetzt. Erstaunlich, wie weit man "nur" mit guter Arbeit und einfach gestricktem "Selfmade-Marketing" kommen kann. jetzt kann man natürlich leicht sagen: "Im Zweifelsfall gilt im Marketing, dass Quantität vor Qualität geht". Aber ganz so einfach ist es nicht. Nachdem die "Notfall-Aktionen" greifen, wird es Zeit, Struktur und System in die Aktionen zu bringen. So lässt sich mit den gleichen Mittel mehr erreichen oder aber mit mehr Mitteln noch viel mehr erreichen.

Aber: Keine Optimierung ohne Daten. Sollte eigentlich klar sein. Wie sollen wir sonst die erfolgreichen, also "guten" Aktionen von den schlechten unterscheiden? Das aber müssen wir, wenn wir die Effektivität erhöhen wollen.

Ob gesetzte Ziele durch umgesetzte Maßnahmen auch tatsächlich erreicht wurden, wird anhand von Kennzahlen in fast allen Unternehmensbereiche als wichtiges Kriterium für zukünftige Entscheidung gesehen. Auch im Marketing hat sich das aussagefähige Controlling besonders im Bereich des Dialogmarketing durchgesetzt. Klar - im Dialogmarketing kann die unmittelbaren Reaktion einzelner Zielpersonen recht gut abgelesen werden. So lassen sich also wichtige Kennzahlen für zukünftige Aktionen prognostizieren.

Machen Sie's also richtig: Keine Aktion ohne Erfolgkontrolle! Nur so können Sie die investierten Mittel dem erzielten Erfolg gegenüberstellen.

  1. Ziele definieren ("Was wollen wir mit dieser Aktion erreichen?")
  2. Zentrale Erfassung der Response (egal ob Email/Website/Fax/Telefon zu einer Stelle)
  3. Zuordnung alle Reaktionen zur auslösenden Kampagne/Aktion


Damit lassen sich dann die klassischen Kennzahlen für Mailing ermitteln. Als da wären die generelle Antwort-Quote, die Wandlungsquote, die Nur-Kontaktquote oder auch die Auftragsquote. Diese Werte lassen sich dann wunderbar mit den Ergebnissen vergangener Aktionen vergleichen. Wenn Sie nun noch genau protokollieren, wass Sie bei den Aktionen für Unterschiede (Texte, Anschreiben, beiliegendes Material, Form, Druck, Anrede, etc.) gemacht haben, dann optimieren Sie z.B. Ihre Mailings innerhalb von wenigen Monaten um ein Vielfaches. So leicht geht das. Jetzt tun Sie doch nicht so überrascht!

 

Privater Konsum stabil: Jetzt Weichen stellen!

Die Finanzkrise kommt bei den Konsumenten in absehbarer Zeit noch nicht an. Das stellten die Marktforscher der GfK am Montag vergangener Woche fest. In 2009 werde der Verbraucher noch wenig von der Krise spüren, weil sich der Arbeitsmarkt weiter als robust erweise, sagte der GfK-Chef in Nürnberg. Die Stimmung der Verbraucher habe sich trotz immer neuer Hiobsbotschaften von Unternehmen und Banken in den vergangenen Monaten als erstaunlich widerstandsfähig und stabil erwiesen.

Die GfK geht von einem Konsumwachstum von bis zu 0,5 Prozent aus.

Im ersten Halbjahr 2009 werde der Konsum zumindest einen Teil der Exportrückgänge auffangen können, so die GfK weiter. Allerdings sei das Minus beim Export, lange Jahre der Motor der deutschen Wirtschaft, nicht vollständig auszugleichen.

Für alle Unternehmen, die im Besonderen vom privaten Konsum abhängig sind, gilt es daher, jetzt alle Energien auf die kommenden 6 oder 8 Monate zu konzentrieren.

Verlieren Sie keine Zeit, jetzt die richtigen Kommunikations- und Werbemaßnahmen umzusetzen. Im Zweifelsfall geht jetzt sogar Geschwindigkeit vor Qualität! Optimal wäre natürlich, wenn Sie sehr schnell Maßnahmen hoher Qualität durchführen würden. Ziehen Sie externe Unterstützung zu Rate, auch wenn Sie bisher alles im eigenen Haus realisiert haben - die Professionalität, Erfahrung und Leistungsfähigkeit externer Dienstleister kann Ihnen jetzt den entscheidenden Vorteil bringen. Nur so verhindern Sie, dass Sie bei einer später folgenden, möglichen Konsumeintrübung unmittelbar von den fatalen Folgen betroffen sein werden. Den jetzt erarbeiteten Vorsprung kann Ihnen keiner mehr nehmen. Selbst wenn Sie ebenso hart getroffen würden, wie der Wettbewerb - Sie hätten von den vorangegangenen Monaten profitiert und damit sehr wichtige Reserven gebildet.

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Beitrag von Marc Stoecker am 09.02.2009 um 09:04 in Fragen und Antworten

50 Anlässe um mit Kunden ins Gespräch zu kommen (Kundendialog)

Erst gestern war ich bei einem neuen Kunden, der mir stolz berichtete, dass er mich "nur zur Professionalisierung und zum strategischen Ausbau" seines Marketings benötigt. Die ganzen "klassischen Dialogmethoden", decke er bereits selbst ab. Regelmäßiges Kontakten seiner Kunden beispielsweise, sei bei ihm schon lange Standard und er würde ohne dieses Methoden sicherlich heute nicht dort sein, wo er sei.

Gefällt mir - muss ich unumwunden zugeben. Recht hat er obendrein: Viele einfache Dialogmethoden lassen sich auch in kleineren Unternehmen leicht selbst umsetzen. Wenn dabei etwas mehr als ein unmotiviertes Mailing ohne Fokus herauskommen soll, muss man aber schon etwas Hirnschmalz investieren. Nur zu Weihnachten eine Karte zu schicken oder alle fünf Jahre das Jubiläum anzukündigen, ist ganz sicher zu wenig. Wie also trete ich mit meinen Kunden in den Dialog, um wieder ins Geschäft zu kommen bzw. die Geschäfte am Laufen zu halten? Ganz einfach: Ich dem ich zu den richtigen Anlässen die passende Aktion umsetze. Und von den richtigen Anlässen gibt es eine Menge - man muss sie nur finden; oder sich im Zweifelsfall einen passenden Anlass ausdenken. Nutzen Sie dafür die Informationen, die Sie über Ihre Kunden im Laufe der Beziehung gewonnen haben! Ganz gleich ob Gedächtnis, Notizblock oder CRM.

Grundsätzlich lassen sich die Gelegenheiten für den Dialog in drei Arten unterteilen:

  • kundenspezifische Anlässe
  • zeitliche, saisonale Themen
  • thematische Gelegenheiten

Je üblicher der Anlass ist (Weihnachten ...), desto kreativer muss Ihre Art sein, ihn zu kommunizieren.

[more]Setzen Sie daher lieber einmal aus, wenn auch alle Wettbewerber das Thema "beackern" und bringen Sie sich statt dessen durch eine überraschende Aktion zu einer anderen, weniger überlaufenen Gelegenheit ins Gespräch. Das ist praktisch immer die erfolgreichere Taktik.

Wohlan! Fünfzig Anlässe wollen gefunden werden ...

  1. Geburtstage (nicht nur Kunden, auch deren Partner, Kinder, etc.)
  2. Kaufdatum bzw. erster Auftrag
  3. Hochzeitstag
  4. Weihnachten
  5. Valentinstag
  6. Spargelzeit
  7. Europameisterschaft
  8. Vollmond
  9. Fasching/Karneval
  10. Sonnwende
  11. Muttertag
  12. Zeitumstellung
  13. Bordeaux-Wochen (Weinhandel)
  14. neues Fahrzeugmodel im Autohaus
  15. Olympia
  16. Weltmeisterschafen
  17. PISA-Studie
  18. Erntedank
  19. neue Mitarbeiter
  20. Vatertag
  21. Freibadsaison
  22. Neujahr
  23. Tag des Baumes
  24. Namenstage
  25. Umbau/Neubau/Filialen
  26. Firmenjubiläum
  27. Ostern
  28. Marktforschung/Befragung
  29. neues Produkt im Angebot
  30. Kartoffelernte
  31. "Ihre Küche hat Geburtstag"
  32. VIP-Präsentation neuer Produkte
  33. Einladung zum Produkttest
  34. Messen und Ausstellungen
  35. School's Out! (Sommerferien)
  36. Urlaubs-/Reisezeit
  37. Befragung zur Kundenzufriedenheit
  38. regionale Großereignisse
  39. ...

 

 Nun - es fehlen natürlich noch einige Anlässe um die 50 voll zu machen. Ich bin mir aber sicher, dass Sie schon die eine oder andere Ideen haben. Also, nutzen Sie die Kommentare oder schreiben Sie ein Mail.

 

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Beitrag von Marc Stoecker am 05.02.2009 um 14:31 in Ideen, Tipps und Tools

Lock and load: Die Rezession ganz brutal ausschlachten.

In den vergangene Wochen war ich viel unterwegs. Klar: Die veränderten Vorzeichen für die kommenden Monate erzeugen Gesprächsbedarf. Besonders bei Interessenten, die bisher noch nicht zu Neukunden wurden, höre ich in den letzten Wochen vermehrt, dass "vorerst sowieso erstmal nichts unternommen wird".

Schockstarre. Koordiniertes Nichtstun. Verordnete Lähmung. Kollektives Abwarten.


[more]Die Zeiten werden karg, die Profite knapp. Hört man doch allerorten. Wie soll's auch anders sein, wenn jeder daran glaubt? Um Vergleiche zu ziehen, habe ich mich an das Platzen der Dotcom-Blase (ca. 2000) erinnert. Schmerzhaftes Erlebnis, das muss ich zugeben. Natürlich ist keine Krise 1:1 mit der anderen vergleichbar, aber trotzdem kann man das eine oder andere aus der damaligen Krise lernen.

Betrachten wir beispielsweise, dass viele Unternehmen damals die Ausgaben für Unternehmenskommunikation, Werbung und Marketing drastisch zurückgefahren haben. Es war die einhellige Meinung, dass sich dieses Handeln auszahlen würde. Heute wissen wir, dass es sich in den meisten Fällen eben nicht ausgezahlt hat. Es hat sich nicht rentiert - es war nicht richtig. Im Nachhinein ist man aber natürlich immer schlauer, zugegeben.

Die Idee, bei Werbung und Marketing zu sparen hat einen einfachen Grund: Dort merkt man ganz zu Beginn der Einsparungen noch nichts davon.

 

Sie können quasi folgenfrei eine Menge Geld einsparen. Klasse! Aber: Marketing ist ein steter Prozess, der die permanente Aufgabe hat, Anbieter und Nachfrager zusammen zu bringen. Erfolge ergeben sich selten durch einmalige "Hauruck-Aktionen", sondern nur durch eine adaptive Strategie und eine entsprechend Umsetzung. Das dauert. Und so dauert es auch ein wenig, bis Sie die Folgen der Einsparungen spüren. Eigentlich logisch. Nur - wenn es dann erste Anzeichen für negative Folgen gibt, wird meist ganz schnell ein anderer Grund gesucht (und oftmals auch vorgeblich gefunden), der dafür verantwortlich ist. Tarnen und täuschen - weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Kommt es dann zum jähen Strömungsabriss im Vertrieb, ist es völlig vergeblich, auf schnelle Hilfe durch "ein, zwei Aktionen" zu hoffen. Bis sich die gesamte Dynamik wieder ausbalanciert hat, vergehen wieder Monate - und das kostet nochmal eine Menge zusätzliches Geld.

Natürlich sollten Sie alle Ausgaben überprüfen - auch im Marketing. Wenn Sie dabei etwas entdecken, das korrigiert werden muss, dann gibt es keinen Grund, das nicht zu tun. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass Ihr Geschäftserfolg ganz wesentlich von den durchgeführten Marketing- und Werbemaßnahmen abhängt. Egal, ob Sie ein großes oder kleines Budget dafür haben, völlig gleich ob Sie Anzeigenkampagnen schalten oder Guerilla-Marketing machen. Wenn Sie also den bisher erzielten Erfolg zumindest sicher wollen, müssen die Zielgruppen weiterhin regelmäßig angesprochen werden. Nur wenn Sie Ihre Interessenten kommunikativ erreichen, kommen diese überhaupt auf die Idee, bei Ihnen zu kaufen. So einfach ist es dann eben doch. Gerade in der Krise halten die Kunden das Geld zusammen und drehen jeden Euro zweimal um, so dass es an Ihnen liegt, sie noch besser anzusprechen und stärker zu umwerben um Ihr Produkt oder Ihre Leistung zu verkaufen.

Ich rede hierbei noch nicht vom antizyklischen Vorgehen. Noch geht es darum, das Level zu halten und geeignete Optimierungsmaßnahmen in der Kommunikation zu betreiben.

 

Darüber hinaus - und jetzt kommt der Antizyklus ins Spiel - bietet jede Krise auch große Chancen für die Mutigen. Um es kurz zu machen: Sie können jetzt von der Schwächung Ihrer Mitbewerber profitieren - wenn Sie die Zeichen erkennen und die richtigen Maßnahmen umsetzen. Schließlich werden sich viele Unternehmen Ihrer Branche eher still verhalten und abwarten. Wo weniger Lärm herrscht, weil weniger kommuniziert wird, wird Ihre Botschaft einfacher Gehör finden. Gerade jetzt können Sie mit der richtigen Strategie also neue Kunden gewinnen.

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Beitrag von Marc Stoecker am 16.12.2008 um 16:52 in
 
 

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