So ist's richtig: Briefing (mit Checkliste)

Briefings sind für die Auftraggeber eine aufwändige Arbeit. Für viele daher leider wohl Grund genug, sich eher kurz zu fassen und nicht all zu konkret auf Einzelheiten einzugehen. Die Agentur wird's schon richten. Schön wär's! Auch auf Agenturseite wird ganz gerne mal mit dem Briefing geschlampt; drüberfliegen, abnicken und gut. Keine Fragen? Gut, danke. Bis morgen.

[more]Natürlich kostet das Erstellen eines fundierten Briefings eine Menge Zeit und Energie, aber die lohnt sich definitiv. Es gilt, die Ziele im Briefing klar zu definieren. Nur so kann die Agentur gute Arbeit leisten; und nur so kann der Kunde im Anschluss prüfen, ob die Ziele erreicht wurden. Auch reduziert es Missverständnisse zum Leistungsumfang und zum Honorar.

Hier meine persönliche "Schnell-Checkliste" für Briefingunterlagen (allgemein, ohne projektspezifische Erweiterungen):

  • Produkt-/Leistungsinformationen: Alle Merkmale (optisch, technisch, etc.) müssen kurz dargestellt sein. Neben der Beschaffenheit sind auch Dinge wie Marktpositionierung oder Vertriebs-/Distributionswege relevant.
  • Markt und Umfeld: Alle Marktdaten, die dem Unternehmen vorliegen, müssen auch die Agentur erreichen. Das ist eine wesentliche Informationsquelle für die Konzeptioner und generell alle in der Kreation! Wie steht der Wettbewerb da? Welche Neuvorstellungen/Produkt-Innovationen sind gerade aktuell? Brodelt die Gerüchteküche der Branche?
  • Ziele: Je nach Aufgabe und Projekt können die Ziele ganz unterschiedlich lauten. Wichtig ist aber stets, konkrete Messkriterien festzulegen. Beispielweise für eine Markeneinführung die Vorgabe eines Zeitraums und einer erforderlichen Steigerung des Bekanntheitsgrades. Bei der absatzorientierten Kommunikation geht's um konkrete Werte wie Wachstumssteigerung, Erlangung von Marktanteilen, Abverkauf von Produkt X, etc.
  • Tracking: Wie soll der Erfolg gemessen werden? Wenn Sie dazu keine spezifischen Anforderungen haben, schreiben Sie vor, welche Messkriterien ("siehe "Ziele") mit Controlling versehen werden sollen. Wenn Sie - aus welchem Grund auch immer - auf ein Marketingcontrolling verzichten wollen, schreiben Sie das einfach auf, um Unklarheit zu vermeiden.
  • Limits: Interstitial als Online-Werbeform ist für Sie ein klares "Don't"? Dann lassen Sie es Ihre Agentur wissen. Dinge, die Sie keinesfalls möchten (ganz gleich, wieso) muss die Agentur frühestmöglich erfahren.
  • Verantwortlichkeiten: Sind alle Verantwortungsbereiche geregelt und die Kommunikationsdaten der Verantwortlichen gelistet? Wenn wir beispielsweise mit einer Media- oder Eventagentur zusammenarbeiten sollen, benötigen wir die konkreten Ansprechpartner und Kontaktdaten. Außerdem muss klar sein, wer was entscheidet und wer für welche Aufgaben verantwortlich ist.

Selbstverständlich gibt's viele zusätzliche Punkte, wenn man konkrete Projekte betrachten würde. Mit der hier genannten Checkliste können Sie aber die Basics eines guten Briefings ganz einfach prüfen.

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Beitrag von Marc Stoecker am 30.10.2008 um 15:19 in Fragen und Antworten | Ideen, Tipps und Tools

Im Zeichen der Rezession: Teamwork von Marketing und Vertrieb

Da ist es wieder: Das Scheckgespenst „Rezession“. Wie zuletzt 2003 steuern wir abermals auf diese unglückselige Kombination aus unternehmerischen Vollbremsungen und verängstigter Verbraucherzurückhaltung zu, die schon fast wie eine selbsterfüllende Prophezeiung scheint. Kommt es dazu, wäre das bereits die fünfte gesamtwirtschaftliche Abschwungphase der deutschen Wirtschaft seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs also quasi seit dem Beginn der aktuellen wirtschaftlichen Zeitrechnung der Bundesrepublik. Besonders der außenhandelsbedingte Nachfrageausfall unserer exportorientierten Branchen hat Folgen nicht nur für mittelständische High-Tech-Schmieden wie die unzähligen Automobilzulieferer, sondern letzten Endes für alle Unternehmen.

Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist es daher höchste Zeit, sich neue Gedanken um die absatzorientierte Werbung, vertriebsbegleitende Kommunikation und das situationsbezogene Marketing zu machen. Kurz: Es ist nicht die Zeit, abzuwarten und auszusitzen – Neue Kunden müssen her, Umsätze ausgebaut oder zumindest gefestigt werden. Es besteht Handlungsbedarf in Vertrieb, Marketing und Werbung.

[more]Gerade im Zeichen der Rezession können sich erfolgreiche Unternehmen durch die Umsetzung zielgerichteter Werbung, effektiver Marketingmaßnahmen und durch konsequente Vertriebssteuerung deutlich von ihren Mitbewerbern absetzen.

Besonders jetzt gilt es daher, Marketing und Vertrieb als den kritischen Erfolgsfaktor zu definieren und entsprechend zu handeln. Optimal aufeinander abgestimmt ziehen Marketing und Vertrieb an einem Strang – die Regel ist das jedoch leider nicht. Die kooperative Ausrichtung von Vertrieb und Marketing ist daher eine der größten Herausforderungen, denen sich ein Unternehmen heute stellen muss.

Die Rolle des Marketings (und damit der Marketingabteilung) wurde bisher leider häufig auf Werbung und einfachste Markenführung reduziert. Im Gegenzug wurde der Vertrieb auf die „Kundenverwaltung“ und das Erzielen der geforderten Abschlussquote reduziert. Es gilt nun, diese überkommene Sichtweise abzulegen und neue Wege zu beschreiten.

(Ich empfehle Ihnen an dieser Stelle, einen Blick auf den Artikel „Was ist Marketing? Was ist Vertrieb?“ zu werfen. Dort finden Sie meine – wie ich finde – sehr einprägsame Definition beider Begriffe.)

Unsere Sichtweise ist, dass Marketing und Vertrieb (B2B, aber auch B2C-Dienstleister) sich auf einen gemeinsamen Faktor verständigen und ausrichten müssen: Den Umsatz. Leider verschwenden die meisten Marketingspezialisten das Budget für Anzeigenwerbung, Broschüren, Messestände, Flash-Animationen und Werbeartikel. Alle diese Aktivitäten sind einzelne Bausteine im Puzzle, dass den Markt aufbereiten soll – aber sie sind alleinstehend kaum ausreichend, um greifbare Erfolge (Sie erinnern sich: Umsätze) zu erzielen. Manche Unternehmen haben auch die Idee, dass eine Jobrotation oder oktroyierte Regelkommunikation das Problem löst. Seien Sie sicher: Das Opfer ist dabei stets das Betriebsklima. Es geht nämlich schlicht und ergreifend nicht darum, das Marketing an den Vertrieb anzupassen oder den Vertrieb am Marketing auszurichten. Sie müssen beide Bereiche an der gleichen Vision ausrichten!

Bilden Sie eine Taskforce! Ja, greifen Sie sich die Leiterinnen und Leiter der Fachbereiche und die entsprechenden Spitzenkräfte der relevanten Themen und definieren Sie diese Vision gemeinsam. Entwickeln Sie die Ziele, den Weg zu diesen über die Strategie, finden Sie die geeigneten Taktiken und Methoden und lassen Sie das alles in den Masterplan fließen.

So ist endlich Schluss mit erfolgloser Werbung, wirkungslosen Marketings und isolierten Vertriebskapriolen. Vergessen Sie nicht: Ohne die anderen geht es nicht – vereinen Sie daher alle Disziplinen und alle beteiligten Abteilungen und Fachbereiche mit Ihrem Masterplan. Mit diesem Plan sind Sie auch in der Zeit drohender Krisen oder schlimmstenfalls gar des realen Abschwungs bestens aufgestellt.

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Beitrag von Marc Stoecker am 15.10.2008 um 17:38 in

Guerilla im Ballkleid (Vortrag)

Wie angekündigt (mit leichter Verspätung) - hier die Folien nochmal zum Anschauen oder auch Herunterladen. Bei Fragen stehe ich gerne per E-Mail zur Verfügung - zur Fortsetzung der lebhaften Diskussion ohnehin!
 
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Beitrag von Marc Stoecker am 22.08.2008 um 12:27 in Fragen und Antworten | Messen, Kongresse und Veranstaltungen

AdWords ohne Ziel: Willkommen auf unserer Homepage - finden Sie sich selbst zurecht.

Schon kleinste Onlinehändler, Handwerker oder sogar Planungs- und Ingenieurbüros nutzen mittlerweile Google AdWords. Warum auch nicht, sind doch die netten kleinen Textanzeigen (nur wenige nutzen die Grafikoption) nicht nur rechts neben den Google-Suchergebnissen zu finden, sondern auch auf vielen weiteren Websites des AdSense-Networks. Eigentlich eine klasse Sache - gerade, weil man es auch selbst "erledigen" kann. Richtig?

[more]Falsch! Mag sein, dass das zunächst ein attraktiver Punkt des Gesamtsystems ist - bei näherer Betrachtung würde sich die Einschaltung von Spezialisten aber doch empfehlen. Zu viele dieser "selbstgemachten" Anzeigen sind nicht nur textlich schwach und werden so oftmals das gesteckte Besucherziel verfehlen. Nein, das Problem sind ganz besonders die Einstiegsseiten.

Wenn Sie ein mittelständisches Unternehmen sind, dass als Zulieferer für fast alle Maschinenbauer in Frage kommt (durch eine Vielzahl an innovativen Produkten), dann hilft es mir als Interessent überhaupt nicht, wenn Sie eine AdWords-Anzeige zu einem Produkt schalten, die auf die (überfrachtete) Startseite Ihrer Website führt.

Ich möchte direkte Produktinformationen. Ich möchte einschätzen können, ob es sich lohnt, in Kontakt mit Ihnen zu treten und Ihrem Vertrieb eine Chance zu geben. Ich will, dass etwas für mich herausspringt, wenn ich Ihre Website besuche. Ich suche aber doch nicht dieses Eintausend-Seiten-Monster nach den richtigen Informationen ab, weil Sie nicht in der Lage sind, mir diese Informationen passgenau zu präsentieren!

Helfen Sie Ihren Besuchern und damit sich selbst, indem Sie klar strukturierte Einstiegsseiten ("Landing Pages") erstellen lassen, die exakt zu den Anzeigen passen und relevante Informationen liefern. Ohne die richtige Einsteigsseite ist Ihr komplettes AdWords-Budget sinnlos verballert.

Eine Bitte noch: (Regelmäßig) Links prüfen! Sonst haben Sie neben unnötigen Kosten durch den Klick auch noch einen enttäuschten Besucher mehr: 

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Beitrag von Marc Stoecker am 28.07.2008 um 09:00 in Web, IP & Technology

Google Lively: Second Life Light?

Das passt ja ganz gut: Da schreibe ich noch vergangene Woche über 3D im Internet und schon startet Google ohne viel Aufsehens das Projekt "Lively". Statt wie Second Life eine komplette/komplexe 3D-Welt zu erschaffen, bietet Lively (nur) die Möglichkeit, 3D-Räume zu erstellen, die dann durch Avatare genutzt werden können. Aber wie so oft: Der simplere Ansatz kann der erfolgversprechendere sein.

Lively lets you have fun with your friends online in a new way by creating new places on the web.

[youtube:<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/5YbwfOucET8&hl=en&fs=1&color1=0x3a3a3a&color2=0x999999"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/5YbwfOucET8&hl=en&fs=1&color1=0x3a3a3a&color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object>]

Bisher kann Lively nur als Plug-In genutzt werden, erfordert also einen Download. Es spielt sich dann zwar alles im Browserfenster ab, technisch ist das aber natürlich keine Web-Applikation und damit auch nicht wirklich Browser-basiert. Das Herunterladen eines Installationspaketes hemmt ja auch schon Second Live etwas in der Verbreitung - ob Lively da in Zukunft doch besser sein kann, ist derzeit noch unklar. Aktuell sieht's eher so aus, als würde ganz bewußt nur die "Massenplattform" (Windows mit IE oder Firefox) unterstützt und damit ist das auch eine Technologie-Entscheidung. Es kommt (meiner ersten Einschätzung nach) DirectX zum Einsatz.

[more] Als Plattform kommen damit nur der PC unter aktuellen Windows-Versionen und die XBox(en) in Frage. Schade, aber verständlich, schaut man sich die Marktanteile an. Bis OpenGL (Version 3+) nachrückt wird noch etwas Zeit vergehen und mit einer Portierung wird man dann wohl auch nur rechnen können, wenn sich die anderen Plattformen wesentlich stärker verbreitet haben und Lively zudem überhaupt als Erfolg verbucht wird.

Die Frage nach der Monetisierung stelle ich vorerst noch nicht; auch wenn es eine der interessantesten Frage zum Thema Lively ist - meiner Meinung nach. Google ist bekannt dafür, alle Services und Projekte zunächst über das Kerngeschäft zu finanzieren und abzuwarten, wie sich alles entwickelt. Also noch kein Grund zur Aufregung. Gute Möglichkeiten sehe ich allerdings darin, Lively auch mit guten Umsätzen zu versorgen. Bleibt abzuwarten, welchen Weg Google einschlagen wird. AdWords in 3D kann allenfalls Langeweiler-Mediaplaner begeistern.

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Beitrag von Marc Stoecker am 09.07.2008 um 13:36 in Web, IP & Technology

Drucken für's Internet: Verlage und Verwarkter als Langweiler

Thomas Wanhoff spricht mir mit seinem Gastbeitrag (für KoopTech) "Werbung in Zeiten des Web 2.0 - oder warum Verlage auch im Internet noch drucken" aus der Seele.

Ganz besonders auch damit:

[..] Weils einfacher ist.

Sehr fein, besten Dank für diesen ausgezeichneten Post!

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Beitrag von Marc Stoecker am 07.07.2008 um 12:15 in Web, IP & Technology

Marketing-Blog-Stöckchenwurf: Was bringen Marketing-Blogs?

Da lese ich mit Interesse all die Artikel von Blogger-Kollegen, die beim Marketing-Blog-Stöckchenwurf mitmachen und überlese tatsächlich, dass das urprünglich vom Marketingblogger Michael van Laar geworfene Stöckchen über Burkhard Schneider bei mir landete. Besten Dank dafür - aber zuviel der Ehre. Dennoch: Verweigern gilt nicht, auch wenn mir noch nicht klar ist, an wen ich im Anschluß weiterwerfe ...

[more]Seit wann gibt es das Blog?

Vermutlich seit Mitte der 80er. Ganz genau weis das niemand mehr, es ist mehr eine Schätzung, die ich anhand der aktuellen Beschallung unserer Büros vorgenommen habe. Frage dabei: Wieso tanzt jemand mit Tränen in den Augen. Vermutlich, weil Michael Knight gerade an der Tänzerin vorbeifuhr; mit 5 offenen Knöpfen am Hemd. Schön wär's - oder auch nicht. (Anm. d. n.v. Red.: Januar 2008)

Was war der Auslöser, um das Blog zu starten?

Der direkte Kontakt zu den Lesern. Keine redaktionelle "Verfälschungs- und Konformitätsinstanz" wie in traditionellen Publikationen. Wahre, unverfälschte Meinungsäußerung. Auch vor dem Hintergrund, dass ich davon überzeugt bin, dass es ganz sicher Menschen gibt, denen meine Meinung (und die meines Kollegen Felix Woerz) etwas bedeutet. Und die wollen gefunden werden! Dachte ich damals zumindest.

Welchen Zweck hat das Blog?

Vermutlich ist es etwas optimistisch, aber ich möchte die Marketingentscheider der mittleren Unternehmen unseres Wirtschaftsraums in Süddeutschland erreichen. Ob mittel- oder unmittelbar ist mir dabei völlig gleich. Tatsache ist, dass Werbung und Marketing gerade im Mittelstand noch viel zu sehr nach dem allzu klassischen Stimulus-Organism-Response-Modell gearbeitet wird. Eine Fülle an neuen Möglichkeiten (nicht nur technisch!) und ein verändertes Kommunikationsverhalten der Gesellschaft werden dabei komplett übersehen. Da meine Kollegen und ich unser Geld damit verdienen, Kommunikationsziele für unsere Kunden zu erreichen, müssen wir dabei auch vorangehen und für uns zutreffende Methoden auch selbst einsetzen. Ich habe lange gezögert, da der Aufwand, wirklich "echte" Beiträge zu schreiben hoch ist (nicht 3x am Tag über Computerprobleme, die EM, Firefox oder anderen Off-Topic zu tippern) - die Resonanz stellt sich aber nach und nach ein.

Was hat das Blog bisher gebracht?

Kalt und analytisch betrachtet: Nichts. Aber das wäre auch zuviel verlangt - in diesem frühen Stadium. Warm beleuchtet: Einige gute Kontakte zu Branchen-/Blogger-Kollegen und oft ein Lächeln beim Schreiben süffisanter Passagen. Das muss vorerst reichen - tut's auch.

Bleibt immer noch die Frage: Nach wem werfe ich denn nun? Natürlich nach Klaus Schmidbauer vom konzeptionerblog, Vroni und Wolfster und dem magnetischen Thomas (der im Urlaub ist).

Das Stöcken hat schon die Runde gemacht (Mitte August 2008):

 

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Beitrag von Marc Stoecker am 03.07.2008 um 17:41 in

Das dreidimensionale Internet - Quatsch in 3D

Dafür unterbreche ich doch gerne mal die Sommerpause: Das "Magazin Wirtschaft" (07/2008, Seite 26) der IHK Stuttgart bringt einen Beitrag zum 3D-Internet, das die Einkaufswelt revolutionieren soll. Vom "Anfassen" und "Begreifen" ist die Rede. Von langlebigen Investitionsgütern, die Verbraucher ungern im 2D-Web kaufen und daher das 3D-Web wie gerufen kommt. Was genau dieses 3D-Web sein soll, ist nie so richtig herauszufinden. Nur einmal, da fällt es, das 3D-Web-Zauberwort: "Second Life".

[more]So soll der Verbraucher also 3D-Shoppen; virtuelle Möbel mittels ebenfalls virtuellem Ich (Avatar) probewohnen. Das soll dann das reale Anfassen und Probesitzen ersetzen. Was für ein Blödsinn! Die 90er sind vorbei; der Quatsch auch. VRML hat nicht abgehoben, Second Life auch nicht. Warum nicht? Aus vielerlei Gründen - sicherlich lag es auch daran, dass spezielle Anwendungen (zusätzlich zum Web-Browser) erforderlich waren.

Im Kern aber geht es darum, dass 3D-Darstellungen auf 2D-Oberflächen (Bildschirm) generell völlig untauglich sind, die haptisches Wahrnehmung zu ersetzen. Ob die Fotos ungeschickt sind oder das gerenderte 3D-Modell ungeschickt umgesetzt ist kommt letzlich auf das Gleiche heraus: Kein Verkauf oder ein Verkauf mit Retoure. Dritte Dimension hin oder her.

"Ein virtuelles Möbelhaus lädt zum Probewohnen ein" - Da frage ich mich, wieso es kein "Kopfschüttel-Blog" für Business-Themen gibt ... ;-)

 

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Beitrag von Marc Stoecker am 03.07.2008 um 10:31 in Web, IP & Technology

Drucksache: Von Mailings und verpassten Chancen.

Ich will nicht über den grundsätzlichen Sinn oder Unsinn klassischer Mailings philosophieren, wenn ich nun auf ein sehr klassisches Mailing eingehe.

Es geht wirklich nicht darum, ob man Mailings macht oder nicht. Der klassische Brief hat Kraft und Klasse - manchmal ist er das absolut richtige Medium. Mir geht es im konkreten Fall darum, wie dieses Mailing speziell äußerlich daherkommt. Ich habe es meiner Kollegin vom Tisch "gemopst", denn bis zu mir (eigentlicher Adressat) hat es das Schreiben überhaupt nicht geschafft. Wieso fragen Sie? Na ganz einfach: Es steht "Infopost - Ein Service der Deutschen Post" an der Stelle, an der üblicherweise eine Marke klebt oder der Streifen der Frankiermaschine endet.

Absender ist eine Rechtsanwaltskanzlei aus Karlsruhe-Durlach. Sie schickt uns freundlicherweise das aktuelle Seminarprogramm (hmmm...) mit einem zweiseitigen Anschreiben (yikes!) als Vorspeise. Die Unterschriften sind billigst/schäbigst im gleichen Schwarz wie der Text gedruckt; im Anschreiben sind obendrein noch so wichtige Passagen wie der Name der Kanzleigesellschafter fett gedruckt, wirklich wichtige inhaltliche Schlüsselworte aber nicht. Das Seminarprogramm weicht zu allem Überfluss auch farblich erheblich vom Briefbogen ab (statt elfenbei ist es weiss, statt im Firmen-Rot ist es in einem Orangeton gedruckt).

Das ist Geldverschwendung!

Das Ding bringt doch nicht die Bohne! Bitte, bitte, bitte - niemals wieder!

  • Sie sind RA? Dann frankieren Sie das Schreiben wie einen Brief - so nimmt es die erste Werbefilterhürde viel leichter; B4-Umschläge von Anwälten haben da echt gute Chancen (Standesrecht gegenchecken!)
  • Im B2B-Bereich ist praktisch jedem klar, dass Infopost (vergleichsweise) "inhaltsgleich" ist; niemand erwartet also einen echten Brief: Papierkorb!
  • Gestalten Sie das Anschreiben knackig und kompakt und kommen Sie zum Punkt (ohne hektisch oder flapsig zu wirken)
  • Machen Sie sich die Mühe, die Schreiben zu unterschreiben. Wenn Sie zuviele versenden, um das zu machen, passt die Aktion in dieser Form (soll "persönlich" wirken) ohnehin nicht ...
  • Es muss im Zweifelsfall ja auch nicht immer der Chef unterschreiben: Qualifizierte und verantwortliche Mitarbeiter sind ebenso gerngesehene Absender (Wenn der Chef unterschreibt und ich später nur mit dem Unter-Ober-Assistenz-Helfer in Ausbiludng zu tun habe, weil der Chef ja "nicht alle Kunden persönlich betreuen kann", wieso schreibt er mir dann einen Brief? Authentisch sein!)
  • Achten Sie darauf, dass die Optik der Aussendung stimmt (Orange und Rot sind einfach zwei verschiedene Farben; gut eine Mischfarbe und eine Farbe - sei's drum)
  • Keine ollen Kamellen! Keine Schenkelklopfer! Keine Kalauer!
  • Knackige Sätze mit Aussage; keine wirren Schachtelsätze
  • Kein P.S. mit 5 Web-Links (fett gedruckt), die nichts aussagen und nur verwirren
  • Weniger ist mehr - versuchen Sie nicht, mit einem Mailing gleich alles zu präsentieren
  • Lassen Sie sich von Profis helfen, wenn Sie das Gefühl haben, nicht über das nötige Wissen und die Erfahrung zu verfügen

Lieber Absender:

Egal, was Ihnen Ihre Agentur oder Ihr verantwortlicher Marketer an "Erfolg" präsentieren wird: Richtig gemacht wäre viel mehr dabei herausgekommen. Auch wenn es nur ein Mailing einfachster Art war.

 

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Beitrag von Marc Stoecker am 06.06.2008 um 16:38 in Fragen und Antworten | Ideen, Tipps und Tools

Print wirkt! Spam leider auch ...

Zugegeben: Mit zeitgemäßen Maßnahmen und Techniken lässt sich der SPAM-Anteil im Postfach gut kontrollieren. Heute lacht man allgemein über die teilweise dumm-dämlich formulierten bzw. übersetzen Mails, so man denn einmal wieder eines zu Gesicht bekommt. Schon vor fast zehn Jahren haben Die Fantastischen Vier in MFG ironisch mit "Penis Enlargement right now" reüssiert. Auch wenn wir als Anwender heute nur noch einen Bruchteil der Spamflut mitbekommen, so müssen die Mailserver dieser Welt dennoch Millionen und Abermillionen von Mails unnötigerweise verarbeiten und handhaben. Das kostet eine Menge - besonders eine Menge Hardware, Strom und Administration. Und auch die Spammer, also die Versender selbst, müssen sich immer neue Techniken und Tricks einfallen lassen, um Ihren Werbemüll möglichst "erfolgversprechend" zu versenden. Warum also dieser Aufwand, auf Seite der Versender, fragt man sich. Bringt doch sowieso nichts, wer fällt schon auf Spam rein?

[more]Sie mögen Recht haben, sprechen wir von "V|agra" oder "cheapp Cl4L||S". Es gibt aber auch viel raffinierte Angebote: Beispielsweise diese "wunderschönen" Typenschild-artigen Aufklebebuchstaben für's Auto. Ja - genau! Diese Dinger werden fast ausschließlich per Spam beworben. Die große Flut ist schon eine Weile her und es gibt mittlerweile sicherlich auch den einen oder anderen lauteren Hersteller bzw. Anbieter. Die große Masse wurde aber über Spam erreicht; schätzungsweise 2005 ging's damit im großen Stil los. Bis heute sieht man diese Dinger; hier ganz konkret ein Beispiel aus meiner Stadt:

Wer von Spammern kauft, unterstützt das System des Spam. Sollte eigentlich klar sein, denn solange sich mit Spam Kunden "aufreißen lassen" - also Geld verdient wird - solange wird auch gespamt. Quasi allen Techniken wie Domain-Keys, SPF, etc. zum Trotz.

Ich kann natürlich nicht sicher sein, dass der Fahrer des abgebildeten Fahrzeugs tatsächlich von einem Spammer gekauft hat. Auch daher habe ich das Bild entsprechend zensiert. Es geht ja nicht um das An-den-Pranger-stellen eines Einzelnen, sondern um das generelle, paradoxe Verhaltensmuster: Keiner will Spam, aber es kaufen offensichtlich genug Spam-Empfänger bei Spammern, so dass sich deren Gebaren lohnt.

 

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Beitrag von Marc Stoecker am 04.06.2008 um 15:40 in Web, IP & Technology
 
 

Tatsächlich ist mindrevolution nicht nur irgendeine weitere Kommunikations- oder Werbeagentur. Durch unsere klare Ausrichtung sind wir die Experten für absatzorientierte Kommunikation. Der Absatz Ihrer Produkte und Dienstleistungen spielt für uns also die zentrale Rolle. Kurz gesagt: Wir sorgen für mehr Umsatz durch kreative Ideen. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie dran Interesse haben ...

Wer?