Marketing-Blog-Stöckchenwurf: Was bringen Marketing-Blogs?

Da lese ich mit Interesse all die Artikel von Blogger-Kollegen, die beim Marketing-Blog-Stöckchenwurf mitmachen und überlese tatsächlich, dass das urprünglich vom Marketingblogger Michael van Laar geworfene Stöckchen über Burkhard Schneider bei mir landete. Besten Dank dafür - aber zuviel der Ehre. Dennoch: Verweigern gilt nicht, auch wenn mir noch nicht klar ist, an wen ich im Anschluß weiterwerfe ...

[more]Seit wann gibt es das Blog?

Vermutlich seit Mitte der 80er. Ganz genau weis das niemand mehr, es ist mehr eine Schätzung, die ich anhand der aktuellen Beschallung unserer Büros vorgenommen habe. Frage dabei: Wieso tanzt jemand mit Tränen in den Augen. Vermutlich, weil Michael Knight gerade an der Tänzerin vorbeifuhr; mit 5 offenen Knöpfen am Hemd. Schön wär's - oder auch nicht. (Anm. d. n.v. Red.: Januar 2008)

Was war der Auslöser, um das Blog zu starten?

Der direkte Kontakt zu den Lesern. Keine redaktionelle "Verfälschungs- und Konformitätsinstanz" wie in traditionellen Publikationen. Wahre, unverfälschte Meinungsäußerung. Auch vor dem Hintergrund, dass ich davon überzeugt bin, dass es ganz sicher Menschen gibt, denen meine Meinung (und die meines Kollegen Felix Woerz) etwas bedeutet. Und die wollen gefunden werden! Dachte ich damals zumindest.

Welchen Zweck hat das Blog?

Vermutlich ist es etwas optimistisch, aber ich möchte die Marketingentscheider der mittleren Unternehmen unseres Wirtschaftsraums in Süddeutschland erreichen. Ob mittel- oder unmittelbar ist mir dabei völlig gleich. Tatsache ist, dass Werbung und Marketing gerade im Mittelstand noch viel zu sehr nach dem allzu klassischen Stimulus-Organism-Response-Modell gearbeitet wird. Eine Fülle an neuen Möglichkeiten (nicht nur technisch!) und ein verändertes Kommunikationsverhalten der Gesellschaft werden dabei komplett übersehen. Da meine Kollegen und ich unser Geld damit verdienen, Kommunikationsziele für unsere Kunden zu erreichen, müssen wir dabei auch vorangehen und für uns zutreffende Methoden auch selbst einsetzen. Ich habe lange gezögert, da der Aufwand, wirklich "echte" Beiträge zu schreiben hoch ist (nicht 3x am Tag über Computerprobleme, die EM, Firefox oder anderen Off-Topic zu tippern) - die Resonanz stellt sich aber nach und nach ein.

Was hat das Blog bisher gebracht?

Kalt und analytisch betrachtet: Nichts. Aber das wäre auch zuviel verlangt - in diesem frühen Stadium. Warm beleuchtet: Einige gute Kontakte zu Branchen-/Blogger-Kollegen und oft ein Lächeln beim Schreiben süffisanter Passagen. Das muss vorerst reichen - tut's auch.

Bleibt immer noch die Frage: Nach wem werfe ich denn nun? Natürlich nach Klaus Schmidbauer vom konzeptionerblog, Vroni und Wolfster und dem magnetischen Thomas (der im Urlaub ist).

Das Stöcken hat schon die Runde gemacht (Mitte August 2008):

 

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Beitrag von Marc Stoecker am 03.07.2008 um 17:41 in
Marc Stoecker

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Marc Stoecker verantwortet Strategie und Planung bei mindrevolution. Seit über zehn Jahren berät er die Kunden in Strategie- und Entwicklungsfragen und entwickelt dafür aus Daten und Fakten schlagkräftige Konzeptionen für erfolgreiche Kommunikation.

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marketingblogger.de | Samstag, 5. Juli 2008 18:20

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muellerkonzept.de | Sonntag, 6. Juli 2008 12:16

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sponsoring-blog.de | Sonntag, 6. Juli 2008 23:21

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newmarketingblog.de | Montag, 7. Juli 2008 10:51

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selbstverstaendlich.de | Dienstag, 8. Juli 2008 15:05

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blog.suxess24.com | Sonntag, 20. Juli 2008 13:25

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Stöckchen geht weiter! Was bringen eigentlich Marketing Blogs?

gastroexperience.wordpress.com | Dienstag, 22. Juli 2008 14:53

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legourmand.de | Donnerstag, 31. Juli 2008 00:20

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Vroni Deutschland | Freitag, 8. August 2008 17:13

Hach.

Jedoch auch: Wer erwartet, dass mittlere Unternehmen recht viel in Blogs und dann noch in Marketing-Blogs lesen, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten Smile

Das ist Entwicklungsland und wird es lange bleiben. Nachreiten der Blogs in D verglichen mit dem Ausland. Ein großer Grund wird auch sein: wenig Zeit der wackeren und fleißigen deutschen Mittelständler zum Lesen generell und wenig Zeit zum Lesen von meinungsstarken und gelegentlich (leider!) faktenarmen Blogs. Er will kurz und er will Infos. Jau. Und dann zittert er damit ab.

Meist ward er damit nie mehr gesehen. (Das Gegenteil - dass Infofüttern was bringt) versprechen nur die einschlägigen Seiten und einschlägige SEOs im Netz, die eben genau damit ihr Geld verdienen, dass jeder das glaubt und macht.)

Also ob das "Verbessern" des Blogs, also das statt mit Meinung mit reichlich Infos anfüttern zur Kundengewinnung oder- bindung (oder zumindest ein bisschen zur Vertrauensbildung beirägt), bezweifle ich stark, denn Internet ist und bleibt ein recht anonymes Medium. Das Misstrauen allein aufgrund der Anonymität kann auch ein noch so authentischer Schreibstil oder ein so nettes Foto nicht überwinden.

Herzliche Grüße
an die Kollegen

Marc Stoecker Deutschland | Montag, 11. August 2008 11:05

Bitte nicht ...
dass Zitronenfalter Zitronen falten
Argh! Schon passiert. Na gut - jetzt kann man auch nichts mehr machen. Sorry - ich kann den Zitronenfalter-Spruch echt nicht mehr hören.

Aber: Was mir gefällt, sind klare Standpunkte. So wie deiner, Vroni. Ich stimme dir absolut zu, wenn es denn um's "Verbessern" von Blogs geht und um die "Anfütterung". Frage mich aber im Gegenzug, ob man denn die "wackeren Mittelständler" auf "Info-Trüffelschweine" reduzieren sollte?

Sollte man meiner Meinung nach absolut nicht. Die Jagt nach harten Fakten und reinen Infos ist das eine - fundierte, subjektiv geprägte Artikel sind für Mittelständler aber von mindestens ebenso viel Wert. Wenn wir mal außer Acht lassen, wie sie diese Artikel überhaupt finden sollen (um sie dann zu lesen), glaube ich aber dennoch auch, dass es weit weniger solcher Artikel sind, die gelesen werden. Die "hard facts" (nicht zu verwechseln mit den "die hard facts" zu John McTiernans Film) und die schnelle Infoküche der üblichen Branchendienste sind sicherlich immer noch die Informationsbasis des Mittelstands. Es liegt aber an uns Bloggern, das durch entsprechend guten Content (und damit durch Relevanz) zu unseren Gunsten zu verändern.

Wenn wir uns damit zufrieden geben, dass der Leser "kurz Infos fasst" und dann wieder "abzittert", wird es auch so bleiben. Ergo: Wir müssen an unseren Inhalten arbeiten um diesem Zustand adäquat zu begegnen - dann wird sich auch was ändern. Das das nicht morgen oder übermorgen schon der Fall sein wird, ist mir klar - und allen anderen doch auch?

Im Übrigen gilt stets große Vorsicht: Als Realismus getarnter Pessimismus kann ansteckend wirken! Wink

Vroni Deutschland | Montag, 11. August 2008 15:01

Hi,
das mit den Zitronen, geschenkt.

"Es liegt aber an uns Bloggern, das durch entsprechend guten Content (und damit durch Relevanz) zu unseren Gunsten zu verändern."

Das war auch ein kleiner abstrakter Gemeinplatz, nicht wahr?

Wie sieht das denn konkret aus, das würde mich mehr interessieren. Und dann fällt sowas schön Gesagtes meist wieder auseinander. Mit noch mehr Desselben (moch mehr anstrengen, noch besser, fundierter, authentischer schreiben) erwischt man den Mittelstand doch nicht. Er sit in der Regel kein Schönfeder. Er ist meist wirklich ein Info-Ritter und hat einfach_wenig_Zeit. Warum sich mit dem Lesen eines zwar schönen/engagierten/faktenuntermauerten geschriebenen Artikel beschäftigen, wenn das Thema in seinem Habitat kaum vorkommt.

Man erwischt ihn bei dem, was ihn gerade brennend interessiert. Das sind Beninpreise, Steuersachen und Ausfuhrbestimmungen, vielleicht Rechtliches.

Meist ist "der Mittelstand" technisch unterwegs, zumindest der, der halbwegs Umsätze macht. Er interessiert sich daher für Technisches, danach für Orga, Controllerkram, alldas, Einkauf, Verkauf, Vertrieb. Ganz am Schluss kommt vielleicht mal Marketing und an dessen Ende mal Unternehmenkommunikation und Schönkram (Klischee: Unternehmensbroschüre zum Jubiläum. Oder ein Geschäftsbericht.) So isser halt.

OK, ich übertreibe etwas, das dient dem plastischen Herausarbeiten der Sachlage.

Ihc will natürlich nicht den Mittelstand beleidigen, er ist viel, er ist zahlreich, er ist eigentlich schwer unter einen Hut zu kriegen. Das freiberufliche Masseur/Physiotherapeuten-Team mit großer Massagepraxis ist genauso Mittelstand wie die Solartechnikfirma oder das Biotech-Startup oder der Schmuck-E-Shop mit zwei Mitarbeitern.

Wie willst du ihn erwischen.
Dafür musst du erstmal für dich definieren, wen aus dem "mittleren Mittelstand" willst du (Schrauben, Kuchen oder heilende Hände, und wieviel MA soll der haben). Und welche Menschen da drin (den Marketingleiter, wenn sie einen haben, meist einen frisch der Uni entschlüpft; den Vertrieb, der in mittleren Firmen meist Mädchen für alles ist, also auch für Marketing - heißt ja gern als "Position" schön englisch "Marketing & Sales" auf den Visitenkarten; oder nur den Chef selber). Dann kannst du erst schreiben für "deinen" Mittelstand.

"Mittlere Unternehmen" ist jedenfalls zu vage als Sandkorn, an dem sich wirklich ansprechende und zielführende Blog- und Artikelideen eines Marketingblogs entzünden können.

Grüßlies




Marc Stoecker Deutschland | Dienstag, 12. August 2008 08:34

Wohlan - verabschieden wir uns von Gemeinplätzen.

"Meinen Mittelstand" habe ich und bleibe auch dabei. Ich persönlich mache das nicht an MA oder Umsatz fest. In diesem Punkt stimmen wir also überein - so ich dich richtig verstanden habe.

Das Inhaber bzw. Geschäftsführer der mittleren Unternehmen zumeist technisch unterwegs sind, stimmt völlig. Keine Frage. Was die Marketingleiter(innen) angeht, habe ich unterschiedlichste Erfahrungen gemacht - über einen Kamm scheren unmöglich. Generell sind die Inhaber bzw. Chefs bei passenden Themen aber eher bereit, sich einmal "was Neues anzuhören". Wenn das Thema für sie/ihn keine Relevanz hat ("nicht in seinem Habitat vorkommt"), dann ist es ganz einfach - platt gesprochen - totaler Blödsinn, darüber zu schreiben. Kein Rezipient, kein Nutzen.

Aber man erwischt sie ja bei dem, was sie brennend interessiert, wie ich erfahren habe. Dazu zähle ich den Umsatz bzw. die Rendite. Das muss der "Schönkram" eben auch leisten. Kurz und gut: Wir sind strategisch denkende Gebrauchsgrafiker, keine freischaffenden Künstler. Das vom Auftraggeber geforderte Ergebnis liegt durchaus in unserer Verantwortung - so es denn realistisch zu erreichen ist.

"Schönkram" ist eine im Bewusstsein vieler avisierter Entscheider gesetzte Bezeichnung; doch genau dieses Bewusstsein gilt es zu adressieren. Es ist eben kein "Schönkram". Niemand käme doch auf die Idee eine Innovation im Bereich beispielsweise des Produktdesigns, die zu einem Verkaufsvorteil führt, als "Schönkram" zu bezeichnen.

Aber ich habe eingangs ja versprochen, konkret zu werden. Ich kann dir ein einfaches praktisches Beispiel nennen. Das ist sicherlich sehr speziell und entspringt meiner Tätigkeit, muss also nicht für jeden passen. Ich erreiche eine sehr kleine, spitze Gruppe dadurch, dass ich einen vermutlich sehr passenden einzelnen Artikel des Blogs anreiße (ja, auf Papier!) und mit einem Anschreiben versende (teilweise auch per Mail; kommt auf den Empfänger an). Im Stil von "[..] zum dem Thema lesen Sie auch [..]". Der Link ist knackig kurz (mit Tracking) und wird zum absoluten Großteil auch geöffnet.

Das ist natürlich viel Arbeit (Branchenrecherche, Individual-Recherche, Aufbereitung, etc.) und kaum geeignet, tausende Leser zu erreichen. Die Relevanz muss zudem absolut stimmen. Ich verspreche mir aber davon, zumindest für einige Minuten Blogs als informatives und substanzielles Informationsmedium zu positionieren - so der Leser denn findet, was ihn interessiert. Kurzfristig wird das am Informationskonsum der Empfängerin nichts ändern.

Ja - es ist nur ein Beispiel. Es ist simpel gedacht und aufwändig gemacht. Keine Chance auf Skalierung; zugegeben. Step-By-Step funktioniert aber ausgezeichnet. Es ist auch nur eine Maßnahme unter vielen.

Der Weg führt in unserem Fall oftmals auch nicht über "Unternehmenskommunikation, Werbung, Reklame, Ding Dong", sondern über den Marketingbereich, der am nächsten zum Vertrieb steht. Und ganz oft (du hast es angesprochen) gehen wir direkt zum "Mädchen für alles" und rennen dort sprichwörtlich offene Türen ein. Der Vertrieb hat gerade im Mittelstand auch durchaus Entscheidungskompetenz oder gar Macht.

unfiltered ist noch ganz neu und noch recht dünn beschrieben. Will sagen: Momentan werden damit Testballons gestartet, damit experimentiert und dann (bei entsprechend dichtem Inhalt) die zweite Fassung veröffentlicht. Denn Blogs und Ihre Verbreitung sind auch ein technische und gestalterisches Thema. Ich hoffe, dann das "erste Optimum" gefunden zu haben.

Offen gesagt: Mir fallen genug Marketingblogs ein, die entweder oberflächlich oder einfach nur plump selbstdarstellend sind. Dann fällt mir noch eine Anzahl ein, die eher branchenintern positioniert ist. Zuletzt bleibt dann eine kleine Gruppe, die den nötigen Tiefgang oder Fokus entwickelt (haben) und hoffentlich wächst.

Deinen Schlusssatz verstehe ich als Ansporn. Richtig?

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