Zugegeben: Mit zeitgemäßen Maßnahmen und Techniken lässt sich der SPAM-Anteil im Postfach gut kontrollieren. Heute lacht man allgemein über die teilweise dumm-dämlich formulierten bzw. übersetzen Mails, so man denn einmal wieder eines zu Gesicht bekommt. Schon vor fast zehn Jahren haben Die Fantastischen Vier in MFG ironisch mit "Penis Enlargement right now" reüssiert. Auch wenn wir als Anwender heute nur noch einen Bruchteil der Spamflut mitbekommen, so müssen die Mailserver dieser Welt dennoch Millionen und Abermillionen von Mails unnötigerweise verarbeiten und handhaben. Das kostet eine Menge - besonders eine Menge Hardware, Strom und Administration. Und auch die Spammer, also die Versender selbst, müssen sich immer neue Techniken und Tricks einfallen lassen, um Ihren Werbemüll möglichst "erfolgversprechend" zu versenden. Warum also dieser Aufwand, auf Seite der Versender, fragt man sich. Bringt doch sowieso nichts, wer fällt schon auf Spam rein?
[more]Sie mögen Recht haben, sprechen wir von "V|agra" oder "cheapp Cl4L||S". Es gibt aber auch viel raffinierte Angebote: Beispielsweise diese "wunderschönen" Typenschild-artigen Aufklebebuchstaben für's Auto. Ja - genau! Diese Dinger werden fast ausschließlich per Spam beworben. Die große Flut ist schon eine Weile her und es gibt mittlerweile sicherlich auch den einen oder anderen lauteren Hersteller bzw. Anbieter. Die große Masse wurde aber über Spam erreicht; schätzungsweise 2005 ging's damit im großen Stil los. Bis heute sieht man diese Dinger; hier ganz konkret ein Beispiel aus meiner Stadt:
Wer von Spammern kauft, unterstützt das System des Spam. Sollte eigentlich klar sein, denn solange sich mit Spam Kunden "aufreißen lassen" - also Geld verdient wird - solange wird auch gespamt. Quasi allen Techniken wie Domain-Keys, SPF, etc. zum Trotz.
Ich kann natürlich nicht sicher sein, dass der Fahrer des abgebildeten Fahrzeugs tatsächlich von einem Spammer gekauft hat. Auch daher habe ich das Bild entsprechend zensiert. Es geht ja nicht um das An-den-Pranger-stellen eines Einzelnen, sondern um das generelle, paradoxe Verhaltensmuster: Keiner will Spam, aber es kaufen offensichtlich genug Spam-Empfänger bei Spammern, so dass sich deren Gebaren lohnt.