Wie optimierte Prozesse die Preise senken und die Konkurrenz ins Schwitzen bringen

Das Thema ist „Pricing“, genauer gesagt geht es um Erfolgreiche Preisstrategien - Preise finden, optimieren und verhandeln. Andrea Jülichs und Mike Lekies veranstalten eine Blog-Parade mit diesem Thema und haben mich freundlicherweise um Teilnahme gebeten. Da der Preis ein wesentliches Marketing-Element ist, kommt mir das Thema außerordentlich gelegen. Nachfolgende Artikel habe ich daher zu diesem Thema für die Blogparade verfasst:

 

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Jedes Jahr fliegen viele Millionen Menschen vom Flughafen Stuttgart in alle Welt. In der Feriensaison natürlich auch besonders viele Urlaubsreisende. Bekanntlich gibt es günstigere Parkflächen als die an Flughäfen. So auch in Stuttgart, wo aus diesem Grund viele „Filderbauern“ stattliche Umsätze erzielen, indem Sie das Parken auf dem Feld anbieten und die Reisenden mit dem Bus-Shuttle an das Flughafen-Terminal bringen. Auf diesen unbedachten, abgelegenen Feldern parkt es sich recht preiswert: Mit ungefähr 35,- Euro müssen Sie pro Woche rechnen. Am Flughafen war die Woche bisher erst ab etwa 50,- Euro zu haben – auch auf sehr entlegenen Parkflächen.

Das hat sich geändert. Durch die Einführung eines Online-Reservierungssystems und durch die konsequente Optimierung der Parkflächenverwaltung hat die APCOA als Betreibergesellschaft der Parkplätze am Flughafen Stuttgart den Preis erheblich gesenkt. Seit Kurzem kann bereits ab 29,- Euro pro Woche direkt am Flughafen geparkt werden.

Was zunächst nach ruinösem Wettbewerb aussieht, offenbart sich bei näherer Betrachtung als fast perfekter Plan.

Der Preis gilt nur für flexibel definierte Segmente, die durch die wesentlich verbessere Verwaltung und Systematik praktisch „neu entstanden“ sind. Wer im Voraus bucht, spart eine Menge Geld und genießt den Komfort nicht auf dem sprichwörtlich „freien Feld“ parken zu müssen. Ganz uneigennützig ist das aber nicht vom Parkhausbetreiber, denn er profitiert von einer erheblich optimierten Auslastung und kann gerade in der Ferienzeit eine sehr hohe Auslastung erreichen.

Es ist absolut realistisch, dass sich durch diese Preisaktion der Parkumsatz je Fahrzeug deutlich erhöht. Letztlich gewinnen beide: Der Kunde, der günstiger und komfortabler parken kann und die APCOA als Betreibergesellschaft, die jetzt eine besser planbare Auslastung hat. Preissenkungen müssen also nicht zwangsläufig zu Umsatzeinbußen oder reduzierten Erträgen führen, so sie denn streng darauf ausgerichtet sind, neue Kunden zu gewinnen und gleichzeitig internes Optimierungspotential freisetzen und die ganze Aktion auch mit der nötigen Werbung bekannt machen.

Also: Rechtzeitig vor dem Abflug den Parkplatz reservieren, dann kostet er nur 29,- Euro. Etwas „geschickter“ gelegene Parkhäuser kosten aber auch mal 39,- oder 49,- Euro die Woche. Trotz Aktionspreis. Bleibt dennoch ein Schnäppchen, verglichen mit den bisherigen Angeboten.

Die „alternativen Parkplatzanbieter“ müssen sich also auf veränderte Bedingungen einstellen.

Deren etwa 16.000 11.000 Parkplätzen auf der grünen Wiese stehen etwa die gleiche Anzahl an 17.000 Parkflächen der APCOA direkt am Flughafen gegenüber.

Korrektur (27. Juli 2009): Ein Verantwortlicher des Parkplatzbetreibes APCOA hat sich gemeldet und mir freundlicherweise korrekte Zahlen genannt. Der Betreiber geht davon aus, dass die Wettbewerbsanbieter in Summe über etwa 11.000 Parkplätze verfügen, er selbst aber über 17.000. Vielen Dank!

Entweder es wird einfach eine neue Preisrunde eingeläutet – oder aber, jemand hat eine cleverere Idee. Was zu hoffen wäre …

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Beitrag von Marc Stoecker am 24.07.2009 um 16:28 in Beobachtungen | Ideen, Tipps und Tools
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Marc Stoecker verantwortet Strategie und Planung bei mindrevolution. Seit über zehn Jahren berät er die Kunden in Strategie- und Entwicklungsfragen und entwickelt dafür aus Daten und Fakten schlagkräftige Konzeptionen für erfolgreiche Kommunikation.

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blog.telefonart.de | Montag, 27. Juli 2009 15:02

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