Das Thema ist „Pricing“, genauer gesagt geht es um „Erfolgreiche Preisstrategien - Preise finden, optimieren und verhandeln“. Andrea Jülichs und Mike Lekies veranstalten eine Blog-Parade mit diesem Thema und haben mich freundlicherweise um Teilnahme gebeten. Da der Preis ein wesentliches Marketing-Element ist, kommt mir das Thema außerordentlich gelegen. Nachfolgende Artikel habe ich daher zu diesem Thema für die Blogparade verfasst:

In einer Zeit, die sich eher nach Personalabbau anfühlt denn eine globale Einstellungswelle erwarten lässt, hat es der Verkäufer von Stellenanzeigen nicht leicht. Mag sein, dass mit dem kommenden wirtschaftlichen Aufschwung wieder qualifizierte Mitarbeiter gesucht werden und es sich rächen wird, in der Krise an dieser Front zu sparen. Tatsächlich wird aber eben gespart. Es ist derzeit nicht gerade einfach, eine Stellenanzeige zu verkaufen. Sowohl Print als auch Online tun sich gleichermaßen schwer. Die Konsolidierung der unzähligen Online-Jobbörsen wird wohl in Kürze erheblich an Fahrt gewinnen.

Doch es lässt sich auch etwas von den Stellenanzeigen-Verkäufern lernen. Diese cleveren Strategen werten das althergebrachte Produkt „Stellenanzeige“ nicht nur mit einer Menge technischer Features (Video-Portraits, branded Online-Assessment-Center, …) auf. Nein, sie verpassen der schnöden Stellenanzeige gar eine ganz neue Dimension:
„Marketing“ heißt das Zauberwort
Nun ist es keine erschütternde Neuheit, dass Stellenanzeigen auch einen gewissen Image- und Marken-fördernden Charakter haben. Ich verweise nur auf den generellen Trend des „Employer Branding“ der vergangenen Jahre. Neu ist aber, dass dieser Effekt bewusst und offensiv kommuniziert wird, um den Preis des Produkts zu relativieren.
Bisher war es selbstverständlich, dass die Stellenanzeigen aus den Budgets der Personaler bestritten wurden. Wenn aber nun „irgendeine Werbewirkung“ durch die Stellenanzeige entsteht, wäre das ja ein Fall fürs Marketing. Das Ziel der Jobbörsen liegt also klar auf der Hand: Aus zwei Töpfen bestreitet sich der Rechnungsbetrag leichter. Wenn es möglich ist, einen Teil der Insertionskosten aus dem Budget der Marketingabteilung zu erhalten, ist die Personalabteilung eher zur Buchung zu bewegen.
Kurz und gut: Nutzen Sie diese Idee auch für Ihre Produkte. Suchen Sie dafür nach Möglichkeiten, wie Sie Ihre Leistung – ohne eigenen Mehraufwand – wertvoller machen können. Es geht hier nicht um das klassische Aufwerten durch z.B. Service oder Nebenleistungen. Beleuchten Sie Ihr Produkt aus der Distanz, denken Sie ein wenig „um die Ecke“:
- Was ermöglicht das Produkt zusätzlich zum eigentlich primären Verwendungszweck?
- Gibt es einen oder mehrere weitere Töpfe, aus denen das Produkt bezahlt werden könnte?
Wenn Ihr Produkt ab sofort „zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt“, dann ist der Preis auch „halb so wild“. Gute Geschäfte!